3.21 Stadtteil Bartenstein – Schloss Bartenstein

Bartenstein

Bartenstein hoch über dem Zusammenfluss von Gütebach und Ette, ein Stadtteil von Schrozberg, ist ein Ort von geschichtlicher Bedeutung. Das ehemalige fürstlich-hohenlohische Residenzstädtchen bietet in seiner friedlichen Abgeschiedenheit dem Besucher Ruhe und Erholung. Zugleich ist es ein vortrefflicher Ausgangspunkt für Wanderungen in die nahe gelegenen Wälder und für Fahrten zu den umliegenden Schlössern.

Zur Geschichte

Vor der Gründung der Siedlung Bartenstein bestand am äußersten Ende des lang gestreckten Bergrückens bereits eine Burganlage des einstigen Ortsadels, der Ritter von Bartenstein. Diese wurden 1247 erstmals erwähnt. Als Zeichen führten sie zwei Streitäxte (altdeutsch: Barten) in ihrem Wappen, nach denen sich das Geschlecht und der spätere Ort benannte. Mit dem Tod des Ritters Seyfried von Bartenstein starb das Geschlecht 1330 aus. 

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts war die Burg im Besitz der Ritterfamilie von Seldendeck, belehnt vom Hause Hohenlohe. Um 1400 umfasste die Herrschaft neben Bartenstein unter anderem auch die Orte Ettenhausen und Riedbach, die heute ebenfalls Stadtteile von Schrozberg sind. 1422 wurde erstmals eine Schlosskapelle erwähnt. Im 15. Jahrhundert kam die Burg und mit ihr auch die Siedlung ganz in hohenlohische Hände. Die Grafen benutzten die Burg in erster Linie als Absteigequartier bei Jagden. 1525 im Bauernkrieg und 1632 im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) erlebte sie zweimal größere Zerstörungen, wurde aber auch immer wieder in einen wohnlichen Zustand versetzt. 

Im Jahre 1711 begann unter Graf Philipp Carl der Umbau der mittelalterlichen Burg in ein gebührendes Residenzschloss. Gleichzeitig wurde auch die Siedlung planmäßig ausgebaut und wohl auch bald zur Stadt erhoben. Das Jahr der Verleihung des Stadtrechts ist jedoch nicht belegt. Nach der französischen Revolution erlebte das Residenzstädtchen eine kurze Blütezeit. Das Ortsbild und das Leben im Ort waren geprägt von den leichtlebigen Emigranten der Legion Mirabeu, freundlichen Gartenanlagen und einer eigenen Musikkapelle. Angeblich sollen rund 2000 Legionäre aufgenommen und jeweils für einige Zeit beherbergt und gepflegt worden sein. Bartenstein muss damals eher einer französischen als einer hohenlohischen Residenz geglichen haben. 

Mit der Eingliederung 1806 in das Königreich Württemberg brach die begonnene Aufwärtsentwicklung der Stadt jäh ab. Während sie zunächst noch Sitz eines Unteramtes war, geriet sie nach der Auflösung der Ämter in finanzielle Schwierigkeiten. Die Bevölkerungszahl ging stetig zurück. Diese Entwicklung setzte sich bis ins 20. Jahrhundert fort. In neuerer Zeit hat man durch Renovierungsmaßnahmen an Häusern und Gebäuden eine bessere Attraktivität des Stadtbildes geschaffen und damit auch den Fremdenverkehr verbessert. 1973 wurde Bartenstein zu Schrozberg eingemeindet. 

Schloss Bartenstein

Das Schloss Bartenstein ist vielleicht die schönste und in sich geschlossenste Residenz in Hohenlohe. Es wurde im 18. Jahrhundert in barockem Stil als Residenz der Grafen von Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein erbaut und ersetzte die bisherige mittelalterliche Anlage. Dabei wurden die alten Türme und Mauern abgerissen und das Material für den Neubau genutzt. 1711 wurde mit der Errichtung der Schlosskirche begonnen, die 1716 geweiht werden konnte. Zwischen 1726 und 1728 kam der Schlossturm hinzu, der zugleich auch als Kirchturm dienen sollte. Erst danach folgte unter der Leitung des Bauinspektors Wölfling der Bau der eigentlichen Schlossanlage. 1760 wurde er vollendet. 

Schloss Bartenstein ist eine dreiflügelige, hufeisenförmige Barockanlage. Im Ehrenhof lässt ein Röhrenbrunnen von 1760 sein beruhigendes Plätschern hören, und an wolkenlosen Tagen verrät eine Sonnenuhr aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Uhrzeit. Das Corps de logis als Mittelpavillon wird durch einen Dreiecksgiebel mit Allianzwappen und ein Mansarddach hervorgehoben. Im Innern befinden sich ein aufwändiges, zweiläufiges Treppenhaus sowie stuckierte Repräsentationsräume. 

Schloss Bartenstein kann nur von außen besichtigt werden. Die Innenräume sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Schlosskirche (geschlossen)

Im Nordflügel befindet sich die ehemalige Schlosskirche und heutige Pfarrkirche St. Philippus aus dem frühen 18. Jahrhundert, ein großer Saalbau mit drei Fensterachsen und einem rechteckigen Chor. Von künstlerischer Bedeutung sind die Stuckarbeiten, die Fresken und die Altäre. Sie stammen ebenso wie die Herrschaftsempore und die Orgelempore aus der Erbauungszeit. Für die Öffentlichkeit ist die Schlosskirche jedoch nicht zugänglich.

Schlossgarten (geschlossen)

Von dem 1716 angelegten Barockgarten sind noch die südlichen Terrassen erhalten. Die nördlichen Terrassen wurden um 1800 als englischer Landschaftsgarten umgestaltet. Im Schlosspark steht ein quadratischer Gartenpavillon aus dem 18. Jahrhundert. Für die Öffentlichkeit ist der Schlossgarten jedoch nicht zugänglich.

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

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3.21 Stadtteil Bartenstein – Schloss Bartenstein

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