3.17 Langenburg an der Jagst

Die Stadt

Der Luftkurort Langenburg mit den Ortsteilen Oberregenbach, Unterregenbach, Bächlingen, Atzenrod, Nesselbach und Hürden sowie den Domänen Ludwigsruhe und Neuhof zählt etwa 2000 Einwohner. Verwaltungsmäßig gehört er zum Landkreis Schwäbisch-Hall. Langenburg liegt auf dem Rücken einer weit in das Jagsttal vorgeschobenen Bergnase. An der Spitze des "Langen Berges" thront das märchenhafte Schloss Langenburg. Dahinter liegt das über 770 Jahre alte Städtchen mit seinen Türmen, Stadttoren, Fachwerkhäusern, schmucken Gassen und Winkeln. Von hier aus hat man einen Blick auf eine Landschaft, die zum Träumen einlädt. 

Der Kernbereich von Langenburg wird umgrenzt von der einstigen Wehrmauer. Sie ist, wenn auch in der Höhe reduziert, in wesentlichen Teilen noch erhalten. Die längliche Grundrissfigur ist ein häufiges Muster einer sich auf einem Bergrücken erstreckenden Siedlung. Eine Ansicht von 1833 belegt, dass sich der Straßenverlauf und die historische Baustruktur des Stadtinnern seither kaum verändert haben. Das dem Schloss gegenüberliegende östliche Ende des Kernbereichs der Stadt markieren die Stadtkirche und das Obere Tor, dessen ältester Bestandteil ein massiver Rundturm ist. 

Auf der Gemarkung Langenburg haben neben der Burg Langenburg früher wohl noch zwei weitere Burgen bzw. Befestigungen gestanden: der Katzenstein und die Vierecksschanze. Von erster deuten noch heute Steinhaufen die Stelle der früheren Gemäuer an.

In Langenburg wird Gastfreundschaft groß geschrieben. Cafés und Gasthäuser laden zum Plaudern und zu einem gemütlichen Umtrunk ein. Dabei kann man auch einige der Langenburger Spezialitäten kosten, wie etwa die Langenburger Wibele, ein Biskuitgebäck, das nach einem über 200 Jahre alten Rezept hergestellt wird. 

Zur Geschichte

Die Geschichte von Langenburg begann mit der Gründung der Höhenburg auf dem nach Westen vorgeschobenen Bergsporn. Eine vorgeschichtliche Besiedlung ist nicht belegt. Es ist davon auszugehen, dass ein Edelfreiengeschlecht in der Zeit vor 1200 seinen Sitz aus dem 3 km nördlich im Jagsttal gelegenen Unterregenbach, wo ein Herrensitz mit Wohnturm nachweisbar ist, auf den strategisch günstigeren "Langen Berg" verlegte, nach dem der Ort sich dann auch benannte. Die freien Herren von Langenburg, die 1201 in die Geschichte eintraten und mit dem Jahr 1253 verschwanden, standen mit den Herren von Hohenlohe, ihren Rechtsnachfolgern in Langenburg, in nahen, wahrscheinlich verwandtschaftlichen Beziehungen. 

1226 übergab Walther von Langenburg seinen Besitz dem Hochstift Würzburg. In der Schenkungsurkunde wurde neben der Burg auch ein "oppidum" genannt. Hierbei handelte es sich um die von der Burgherrschaft abhängige Siedlung. 1256 gelangte Langenburg in hohenlohischen Besitz. Um 1500 erhielt der Ort eine Kirche, die 1553 Pfarrkirche wurde. 

Im 16. Jahrhundert gewann Langenburg an Bedeutung. Wie in anderen hohenlohischen Amtssitzen hatte sich auch hier eine eingeschränkte kommunale Selbstverwaltung ausgebildet. Mit kaiserlicher Bewilligung durfte man zwei Jahrmärkte und einen Wochenmarkt abhalten.1568 verlegte Graf Wolfgang von Hohenlohe seine Residenz nach Langenburg, das vorher nur Sitz eines Burgvogtes war. Es war aber erst sein Nachfolger Graf Philipp Ernst von Hohenlohe (1584 bis 1628), der die Burg zu einem Renaissanceschloss ausbauen und die junge Residenzstadt mit einer Mauer umgeben ließ, die erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts fertiggestellt war und heute noch fast vollständig erhalten ist. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) wurde Langenburg durch die kaiserlichen Truppen schwer verwüstet. 

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Stadt und Schloss der Krone Württembergs unterworfen. Während in der Folgezeit vielerorts die Industrialisierung Einzug hielt, ging diese Entwicklung an Langenburg vorbei. Lediglich ein größeres Industrieunternehmen siedelte sich 1897 an, aus dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Maschinenbaufirma hervorging, die heute noch mit Abstand der größte Arbeitgeber des Ortes ist. 

Sehenswertes

Schloss Langenburg / Deutsches Automuseum

Evangelische Stadtpfarrkirche

Die heutige Stadtkirche wurde zu Beginn des 16. Jahrhundert als eine Kapelle erbaut. Sie wurde als Stiftung von Kraft VI. von Hohenlohe dem "Heiligen Blut" geweiht. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts war sie ein Wallfahrtsort. Mit der Einführung der Reformation in Langenburg erfolgte die Umwandlung zur Pfarrkirche (1553). Mit der Erweiterung des Langhauses zwischen 1610 und 1680 erhielt sie ihre heutige Größe. Im 18. Jahrhundert entstanden die Fürstenlaube und das Orgelgehäuse.

Das Gotteshaus mit spätgotischem Polygonalchor, asymmetrisch angesetztem einschiffigen Langhaus und Westturm mit Zwiebelhaube ist im Äußeren schlicht gehalten, entfaltet im Innern jedoch einen größeren Reichtum. Der mit Holzemporen ausgestattete Raum wird von einer kielbogenförmigen Bretterdecke überspannt. Den Abschluss bildet der Chor mit Maßwerkfenstern und spätgotischem Netzgewölbe, unter dem sich die Gruft des Hauses Hohenlohe-Langenburg befindet. Die Ostfenster mit Stifterfiguren stammen aus dem Jahr 1499. Aus dem 17. Jahrhundert sind die steinerne Kanzel und eine Predella, die die Übergabe des Augsburger Glaubensbekenntnisses thematisiert. 

Fürstliches Mausoleum 

Das Fürstliche Mausoleum in der Nähe von Schloss Langenburg wurde 1905 im Auftrag des Fürsten Hermann von Hohenlohe-Langenburg im Andenken an seine 1903 verstorbene Gemahlin errichtet. Von der Gestaltung und den Ausmaßen ist es identisch mit dem Mausoleum der Galla in Ravenna. Das Mausoleum besitzt eine quadratische Grundform und einen zehneckigen Aufbau, der innen als Rundkuppel ausgebildet ist. Vor dem Eingang befindet sich eine von Säulen getragene offene Vorhalle. 

Holz-Archenbrücken im Ortsteil Bächlingen

In der Teilgemeinde Bächlingen wurde in den Jahren 1990/1991 die Holz-Archenbrücke über die Jagst wieder erstellt, die 1945 durch die US-Armee zerstört worden war. Die zweite Holz-Archenbrücke steht im Ortsteil Unterregenbach. 

Freizeitangebote

Die gut angelegten Rad- und Wanderwege rund um Langenburg führen Spaziergänger, Wanderer und Fahrradfahrer in das reizvolle Umland und zu urwüchsigen hohenlohischen Nachbardörfern. In den Sommerferien in Baden-Württemberg werden auch geführte Wanderungen und Fahrradtouren angeboten. Das beheizte Freibad, die Tennisanlage, das Feriendorf und andere abwechslungsreiche Freizeiteinrichtungen geben der ganzen Familie vielfältige Möglichkeiten zu Spiel, Spaß und Abenteuer.

Kulturelle Genüsse in Langenburg bieten zahlreiche Ausstellungen, Kleinkunstveranstaltungen und Konzerte. 

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

3.01 Weinsberg
3.02 Burgruine Weibertreu

3.03 Jagsthausen
3.04 Götzenburg

3.05 Öhringen
3.06 Hohenlohisches Residenzschloss

3.07 Neuenstein
3.08 Schloss Neuenstein

3.09 Waldenburg
3.10 Schloss Waldenburg

3.11 Schwäbisch-Hall
3.12 Groß-Comburg
3.13 Schwäbisch-Hall – Kirchen
3.14 Schwäbisch-Hall – Museen

3.15 Braunsbach

3.16 Crailsheim

3.17 Langenburg
3.18 Schloss Langenburg

3.19 Blaufelden

3.20 Schrozberg
3.21 Stadtteil Bartenstein – Schloss Bartenstein

3.22 Rothenburg ob der Tauber
3.23 Marktplatz, Rathaus, Ratsherrentrinkstube
3.24 Burggarten, Stadtmauer
3.25 Kirchen in Rothenburg
3.26 Museen in Rothenburg
3.27 Historische Veranstaltungen, Festveranstaltungen

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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