3.13 Schwäbisch Hall – Kirchen

Stadtkirche St. Michael / Freilichtspiele

Die Stadtkirche, 1156 als Filialkirche des Klosters Comburg St. Michael geweiht, ist nicht die älteste Kirche von Schwäbisch Hall, aber die größte und schönste. Im 15. Jahrhundert wurden alle romanischen Teile bis auf den noch erhaltenen Westturms niedergerissen. Ab 1427 errichtete man das Langhaus und den spätgotischen Chor. 1507 wurde die Kirche im Westen von einer monumentalen Freitreppe untersockelt. Sie ersetzte eine ältere Mauerbastion. Ein Jahr später konnte der städtische Rat die Patronatsrechte über die Kirche vom Kloster Comburg erwerben. Der ursprünglich mit einem Zeltdach versehene Westturm wurde 1573 um zwei achtseitige Geschosse, ein Kuppeldach und einen Laternenaufsatz erhöht. 

Die evangelische Michaelskirche ist ein dreischiffiger Hallenbau. Das Deckengewölbe wird von Rundpfeilern getragen. Der mit einem reich verzierten Netzgewölbe ausgestattete Chor überragt das Langhaus um sechs Meter. Das Erdgeschoss des Westturms dient als offene Vorhalle zur Kirche. In der Turmkapelle befinden sich Wandmalereien des späten 12. und mittleren 14. Jahrhunderts. Über dem Portal, das man über die 56 Stufen umfassende Freitreppe erreicht, grüßt die Figur des Kirchenpatrons St. Michael. 

Die evangelische Stadtkirche verdankt ihr reiches Inventar der zurückhaltenden Einführung der Reformation durch Johannes Brenz. Lediglich ausgesprochene Andachtsbilder und Prozessionsfiguren wurden entfernt. Einige davon gelangten im 19. Jahrhundert ins Hällisch-Fränkische Museum. Herausragende Kunstwerke im Innern der Kirche sind der in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts geschaffene niederländische Gruppenaltar (Hochaltar), das darüber angebrachte Kruzifix des Ulmer Bildhauers Michel Erhard (1494) und die filigrane Steinpyramide des Sakramenthäuschens aus dem 15. Jahrhundert. Der Hochaltar zeigt im Mittelbild eine vielfigurige Szene der Kreuztragung, Kreuzigung und Kreuzabnahme sowie Flügelmalereien. Beachtenswert sind auch der Taufstein, die Kanzel, das Chorgestühl sowie mehrere Grabmäler und Epitaphe. Die Kapellen des Chors sind reich mit spätgotischen Altären und reichsstädtischer Selbstdarstellung gefüllt.

Von Mai bis August finden vor der Kulisse der Michaelskirche die Freilichtspiele statt. Als Bühne dient die vom Marktplatz hinaufführende Freitreppe. Auf dem Programm stehen hauptsächlich klassische Werke der Theaterliteratur, aber auch Stücke für Kinder.

Katharinenkirche

Das zweite mittelalterliche Gotteshaus in Schwäbisch Hall ist die evangelische Katharinenkirche, deren älteste Funde bereits aus dem 9. Jahrhundert stammen sollen. Um 1240 entstand ein Neubau, von dem Reste im Turm und im Querhaus erhalten sind. Im 14. Jahrhundert wurde ein gotischer Chor angebaut. 1570 erhöhte man den Turm in Fachwerk und 1727 in Stein, bevor Ende des 19. Jahrhunderts ein völliger Umbau des Gotteshauses erfolgte. 1961 wurde die ursprüngliche Form teilweise wieder hergestellt, so dass jetzt die wunderschönen Glasfenster aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, die Wandmalereien und der geschnitzte Hochaltar besonders gut zur Geltung kommen. 

Das südliche Chorfenster zeigt in zehn Scheiben einen Tugend-Laster-Zyklus, einen Katharinen- und einen Heiligenzyklus. Die nördliche Ostwand des Langhauses ziert ein reiches Kreuzigungsfresko aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Im Schrein des Hochaltars sind fünf Passionsszenen dargestellt. Von den übrigen Ausstattungsstücken sind der spätgotische Taufstein, die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert, zwei Almosentafel, eine eindrucksvolle Figurengruppe des Heiligen Grabes, eine spätgotische Ölbergszene sowie einige Heiligenfiguren erwähnenswert. 

Urbanskirche

Die evangelische Urbanskirche wurde 1230 als flach gedecktes, einschiffiges Langhaus mit kahlem Westportal erbaut. Um 1250 erhielt sie einen polygonalen Chor und ihren Turm, dem 1689 ein Fachwerkkopf aufgesetzt wurde. Sehenswert im Innern sind unter anderem der spätgotische Flügelaltar, das Sakramentshäuschen, die Kanzel und ein Wandgemälde an der nördlichen Chorwand. 

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