6.07 Stadtkirche St. Martin in Bamberg – ehemalige Jesuitenkirche

Stadtpfarrkirche St. Martin (ehemalige Jesuitenkirche)

Zwischen dem Grünen Markt, dem Zentrum der Fußgängerzone von Bamberg, und der Universität ragt die katholische Stadtpfarrkirche St. Martin mit ihrer mächtigen Fassade auf. An dem Platz war ab 1248 der Karmelitenorden ansässig, bevor er ihn 1589 im Tausch gegen St. Theodor dem Priesterseminar des Bistums Bamberg überließ. 1611 wurde er von den Jesuiten übernommen.

Zur Geschichte

Die ehemalige Jesuitenkirche zum Kinde Jesu wurde ab 1686 von den Brüdern Georg und Johann Leonhard Dientzenhofer als Universitätskirche anstelle der alten Karmelitenkirche errichtet. Bereits sieben Jahre später konnte sie geweiht werden. Mit der Vollendung des Kirchturms im Jahre 1696 wurde gleichzeitig der Grundstein für den Jesuitenkolleg gelegt. 

Nach der Aufhebung der Universität im Jahre 1803 übernahm das Gotteshaus seine heutige Funktion als Pfarrkirche und gleichzeitig das Patronat der Pfarrei und der abgerissenen Kirche St. Martin. In dem benachbarten Kolleg wurde das Naturkundemuseum eingerichtet. 1963 bis 1964 und zwischen 1979 und 1984 wurden Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen an der Kirche durchgeführt.

Der Kirchenbau

Während die alte Karmelitenkirche, der Vorgängerbau von St. Martin, etwas zurückgesetzt lag und nach Osten gerichtet war, tritt die ehemalige Jesuitenkirche mit ihrer Fassade im Südosten an den Grünen Markt heran. Chor und Turm bilden im Nordwesten das Gelenk zu den Kolleggebäuden. Die Westfassade ist zweigeschossig, wobei der Risalitgiebel bereits über dem Erdgeschoss ansetzt. Das Namen-Jesu-Relief und das fürstbischöfliche Wappen sind Werke von Johann Michael Maucher, der auch die vier Fassadenfiguren geschaffen hat, die den Erlöser, St. Sebastian, die Muttergottes und St. Laurentius darstellen. Die Figuren der Heiligen Anna und Ottilie sowie zwei weitere Heiligenfiguren stammen von einem anderen Künstler.

Die Position des Turms im Chorscheitel ist ebenso ein charakteristisches Merkmal des jesuitischen Kirchenbaus wie die Wandpfeiler. Der rund geschlossene Chor mit Sakristeien in Erd- und Obergeschoss wird von Abseiten begleitet, die als Kapellen ausgezeichnet sind. Sie sind mit dekorativem Stuck und Deckengemälden ausgestattet, die die Legenden der Ordensheiligen Ignatius von Loyola und Franz Xaver zum Inhalt haben. Chor und Langhaus sind jeweils tonnengewölbt. Besonders sehenswert ist die Scheinkuppel von Giovanni Francesco Marchini über dem Vorraum des Chors.

Ausstattung

Das Altarblatt des Hochaltars zeigt den Kirchenpatron St. Martin. Es wurde aus der alten Martinskirche übernommen. Das ursprüngliche Altarblatt, das die Verherrlichung des Namens Jesu durch die Weltteile zum Inhalt hat, ist heute an der Rückwand aufgestellt. Die beiden Seitenaltäre sind der Muttergottes und dem Heiligen Kreuz geweiht. Der Marienaltar enthält zwei Gnadenbilder. Das untere ist eine Alabasterfigur, eine stehende Muttergottes, aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Das obere, ein geschnitztes Vesperbild aus dem frühen 14. Jahrhundert, stammt ebenfalls aus der alten Martinskirche. 

Die Langhausaltäre wirken eleganter als Hochaltar und Seitenaltäre. Bei den dargestellten Personen in den Altarblättern handelt es sich um die Heiligen Sebastian und Anna bzw. Laurentius und Ottilie. Die Chorseitenkapellen zeigen den Ordensgründer der Jesuiten, Ignatius von Loyola, mit dem Namen Jesu bzw. den Tod des hl. Franz Xaver. 

Unter den weiteren Ausstattungsstücken sind besonders die Holzfiguren beachtenswert. Im Chor erkennt man die Jesuitenheiligen Ignatius von Loyola und Franz Xaver, im Langhaus Franz von Borgia, Johannes von Goto, Stanislaus Kostka, Paulus Miki, Jacobus Chisai und Aloysius von Gonzaga sowie die Heiligen Johannes Nepomuk und Jacobus. Erwähnung verdienen auch ein Silberrelief mit einer Darstellung des hl. Martin sowie das Ölgemälde neben dem ehemaligen Hochaltarblatt, eine Muttergottes mit Johannesknaben. 

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