6.24 Küps

Der Ort

Die Marktgemeinde Küps liegt im Süden des Landkreises Kronach, wo sich die letzten Ausläufer des Frankenwaldes dem Maintal nähern, eingebettet in das weite Rodachtal und umsäumt von niedrigen Höhenzügen. Mit seinen Ortsteilen Au, Burkersdorf, Hain, Johannisthal, Oberlangenstadt, Schmölz, Theisenort und Tüschnitz, die 1978 im Zuge der Gebietsreform eingemeindet worden sind, zählt Küps heute knapp 8000 Einwohner und ist damit neben Kronach die größte kommunale Körperschaft des Landkreises. 

Mit acht bzw. neun Schlössern nimmt die Gemeinde eine Ausnahmestellung ein. Sie befinden sich heute in einem vergleichsweise guten Zustand und sind alle bewohnt. Die Geschichte dieser Schlösser, die im Lauf der Jahrhunderte oftmals niedergerissen wurden oder abbrannten, aber bis auf eine Ausnahme immer wieder neu errichtet wurden, ist im wesentlichen verbunden mit der Adelsfamilie von Redwitz. Sie bestimmte über Jahrhunderte hinweg das Schicksal der Gegend und war das Geschlecht mit den größten Besitzungen. Die zweite wichtige Adelsfamilie waren die Herren von Künsberg.

Zur Geschichte

Im Juni 1151 wurde im Benediktinerkloster Theres bei Haßfurt in Gegenwart des Königs Konrad III. ein Schenkungsvertrag zwischen dem Bischof Eberhard von Bamberg und dem Grafen von Henneberg unterzeichnet, in dem der Name Küps zum ersten Mal erwähnt wurde. In diesem Vertrag ist von "Gütern des Herrn von Chubice" die Rede. Da diese Güter schon eine Zeit lang bestanden, ist davon auszugehen, dass es sich bei dem Schenkungsvertrag nicht um eine "Geburtsurkunde" von Küps handelt. Wie alt die Ansiedlung tatsächlich ist, kann historisch nicht mehr nachgewiesen werden. 

Von den Handels- und Heeresstraßen, die zur Erschließung ihrer Ostprovinzen von den Frankenkönigen im 8. und 9. Jahrhundert angelegt wurden, war die von Bamberg über Küps nach Kronach und weiter nach Norden führende eine der wichtigsten. Wegen der Unsicherheit in dem noch dünn besiedelten Gebiet musste die Straße zum Schutze der Kaufmannszüge ständig überwacht und kontrolliert werden, was von festen Stützpunkten aus geschah. Nun gab es wohl zwischen dem Maintal und dem Frankenwald keine günstigere Stelle für einen solchen Stützpunkt als dort, wo nahe dem linken Rodachufer ein mächtiger, freistehender Felsen aus dem Wasser ragte, der sich ausgezeichnet für die Errichtung einer für die damalige Zeit unangreifbaren Schutzburg eignete. Auf diesem wasserumspülten Felsen dürfte das feste Haus erbaut worden sein, auf dem 1151 Herr Wolfram von Chubice als Lehensmann der Grafen von Henneberg saß und das Jahrhunderte später der erste Ansitz der Familie von Redwitz wurde. Er besteht in vielfach veränderter Form noch heute als das Mittlere Schloss. Die Eigenschaft als Wasserschloss hatte die Anlage allerdings schon im frühen Mittelalter verloren, da sich die Rodach durch eine starke Versandung des Ostufers weiter nach Westen verschob und der Burgberg von dem angeschwemmten Land eingeschlossen wurde. 

Sehenswertes

Neues Schloss, Haus Schemenau, Mittleres Schloss, Schloss Schmölz, Hainer Schloss, Burg Theisenort, Wasserschloss Tüschnitz, Schloss Oberlangenstadt 

Pfarrkirche St. Jakob

Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts stand in Küps eine Kirche, von der jedoch nur noch geringe Mauerteile erhalten sind. Der Bau der heutigen evangelische Pfarrkirche entstand im wesentlichen im 16. Jahrhundert, nachdem das alte Gotteshaus im Markgrafenkrieg 1553 abgebrannt worden war. Die Emporen und die Holzdecke wurden 1662 eingebaut. Chor und östlicher Bereich der Kirche wurden im ausgehenden 19. Jahrhundert neu angefügt.

Die evangelische Pfarrkirche ist eine Hallenkirche mit eingezogenem Chor. Der Kirchturm befindet sich seitlich. Bemerkenswert sind die Bilderpredigt an den Emporenbrüstungen, die Deckengemälde mit den Wappen der Patronatsherren und der vier Evangelisten sowie die zahlreichen, teilweise figürlich ausgestatteten Grabdenkmäler der Herren von Redwitz aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.

Ökologisch-botanischer Naturlehrpfad

Ein besonderes Erlebnis, das in dieser Form weit über den Landkreis Kronach hinaus einmalig ist, ist der vorbildlich angelegte Ökologisch-botanische Naturlehrpfad in Schmölz. 

Die Gegend um den Ortsteil zeichnet sich durch ihren außergewöhnlichen Reichtum an unterschiedlichen geologischen Formationen aus. Auf nur wenigen hundert Metern trifft man hier auf verschiedene Erd- und Gesteinsschichten, die in unterschiedlichen Reliefformen, der Art der Bodenbildung und somit auch der Zusammensetzung der Vegetation zum Ausdruck kommen. Das günstige Klima der nach Süden exponierten Hänge ermöglicht zudem das Vorkommen klimatisch anspruchsvoller Pflanzenarten.

Entlang des Lehrpfades sind verschiedene Tafeln aufgestellt, die zum jeweiligen Standort und den durchwanderten Landschaftselementen detaillierte Informationen liefern. Sie enthalten auch Beschreibungen und Bewertungen der anzutreffenden Pflanzen und geben Hinweise auf das ökologische Umfeld und ihre Rolle in der Natur. Der Lehrpfad führt von der Ortsmitte Schmölz über den Kräuterlehrgarten mit historischem Wegekreuz, die Streuobstwiese des Landkreises Kronach und den Heidelberg nach Theisenort und wieder zurück nach Schmölz.

Der Kräuterlehrgarten im Schmölzer Pfarrhof ist ein Kleinod ganz besonderer Art für Pflanzen- und Naturliebhaber. Die Bepflanzungen sind beschildert und werden jährlich gewechselt. So können z. B. alte Färber-, Heil-, Wild- und Gewürzkräuter besichtigt werden. 

Freizeitangebote

Neben vielen Freizeitangeboten in der Gesamtgemeinde lädt auch die umliegende Landschaft zu Erholung und Entspannung ein. Bei Wanderungen auf den Lehrpfaden oder bei Fahrradausflügen kann man die gesunde Luft einatmen und die Natur genießen. Sportplätze, Tennisanlagen und ein Hallenbad bieten ebenso Möglichkeiten zur körperlichen Betätigung wie das Reiterzentrum Tannleite oder der 9-Loch-Golfplatz im Ortsteil Nagel.

Veranstaltungen

Als Marktgemeinde macht sich Küps auch heute noch einen Namen. Jeden Monat findet ein Trödelmarkt statt, der in der Umgebung zu den attraktivsten zählt. Jährlich werden vier große Marktfeste abgehalten. Rund ums Rathaus entstehen Marktgassen, in denen Händler ihre Waren anbieten. Für Speisen, Getränke und gute Unterhaltung ist stets gesorgt. Am Sommermarkt gibt es neben vielen anderen Aktivitäten Konzerte und musikalische Beiträge an allen Ecken.

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

6.01 Bamberg
6.02 Bamberger Dom
6.03 Alte Hofhaltung
6.04 Neue Residenz
6.05 Klosterkirche und Benediktinerabtei St. Michael
6.06 Karmeliterkloster und Kirche St. Theodor
6.07 Stadtkirche St. Martin
6.08 Liebfrauenkirche
6.09 Kirchen St. Jakob,
St. Gangolf und St. Stephan

6.10 Profanbauten und Museen in Bamberg

6.11 Scheßlitz
6.12 Giechburg

6.13 Lichtenfels
6.14 Kloster Banz
6.15 Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen

6.16 Schloss Hohenstein

6.17 Coburg
6.18 Veste Coburg
6.19 Schloss Ehrenburg
6.20 Schloss Callenberg
Schloss Rosenau

6.21 Kronach
6.22 Festung Rosenberg

6.23 Burg Lauenstein

6.24 Küps
6.25 Schlösser in Küps

6.26 Kulmbach
6.27 Plassenburg

6.28 Bayreuth
6.29 Altes und Neues Schloss
6.30 Markgräfliches Opernhaus,
Festspielhaus
6.31 Kirchen in Bayreuth
6.32 Museen in Bayreuth
6.33 Eremitage

7 Cheb – Prag

 

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