6.03 Alte Hofhaltung in Bamberg – Historisches Museum

Alte Hofhaltung / Historisches Museum

Neben dem Dom befindet sich die Alte Hofhaltung. Sie wendet dem Domplatz ihre mächtige Renaissancefassade zu. Früher als Kanzlei, Bibliothek und Ratsstube genutzt, dient sie heute als Historisches Museum der Stadt. 

Zur Geschichte

Den Kern der Alten Hofhaltung bildet die auf Kaiser Heinrich II. zurückgehende Bischofspfalz. Sie stand durch einen Zwischenbau mit dem Dom in Verbindung. Die Bischofspfalz bestand ursprünglich aus zwei Bauteilen, dem Palas und der Thomaskapelle. Letztere war ein mit der Apsis nach Osten gerichteter Saalbau, der 1020 von Papst Benedikt III. geweiht wurde. Zwischen 1047 und 1053 wurde vor dem Verbindungsbau die achteckige Andreaskapelle, eine Doppelkapelle, angebaut. Nach einem Brand im Jahre 1185 wurde die Thomaskapelle ebenfalls zu einer Doppelkapelle mit Chorturm ausgebaut.

Im 15. und 16. Jahrhundert wurde das Areal die Bischofspfalz mehrfach erweitert. Unter Bischof Philipp Graf von Henneberg entstanden zwischen 1475 und 1479 in zwei Bauabschnitten der West- und der Südflügel, denen zwischen 1487 und 1489 Bischof Heinrich III. Groß von Trockau den Westflügel folgen ließ. Der Südflügel wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts erweitert. Unter Fürstbischof Veit II. fand ab 1568 eine grundlegende Umgestaltung der Alten Hofhaltung statt. Von da ab war sie mit der Kanzlei am Dom, der Bibliothek über der Andreaskapelle, der neuen Ratsstube und der Renaissancefassade dem Domplatz und nicht mehr dem Hof zugewandt.

Nach der Errichtung der gegenüberliegenden Neuen Residenz durch Lothar Franz von Schönborn wurde die Alte Hofhaltung so vernachlässigt, dass 1777 große Teile des Palas', der Kanzlei, der Andreaskapelle und der aus der Thomaskapelle entstandenen Katharinenkapelle abgerissen werden mussten. 1938 wurde in der Ratsstube und den angrenzenden Bauten das Historische Museum der Stadt Bamberg eingerichtet. Neuerdings werden auch Süd-, West-, und Nordflügel der alten Bischofspfalz für museale Zwecke genutzt.

Die Anlage

Die Alte Hofhaltung präsentiert sich mit typischen Elementen der deutschen Renaissance. Die Ratsstube mit Fenstererker und Treppengiebel erscheint durch den Abbruch anliegender Gebäude zum Domplatz hin isoliert. Hinter der Ratsstube sind die Reste des mittelalterlichen Palas' zu erkennen. Nördlich schließt sich die Katharinenkapelle an, von deren Chorturm nur noch ein Stumpf übriggeblieben ist. Die Verbindung zum Nordflügel stellt eine Toranlage her, die an der Außenseite das Wappen des Fürstbischofs Heinrich III. Groß von Trockau ziert. 

Neben der Ratsstube befindet sich die Schöne Pforte. Über der Mitteldurchfahrt sieht man hinter der Muttergottes das Dommodell, getragen von Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde. Sie werden flankiert von Petrus mit Schwert und Schlüssel und Georg mit dem Drachen, den beiden Kirchenpatronen, sowie Otto und Kilian. Seitlich lagern der Wilde Mann und die Wilde Frau. Durch das Portal führt der Weg in einen schönen Innenhof, der von Fachwerkhäusern umzogen ist, die auf die Flügelanbauten des Fürstbischofs Philipp Graf vn Henneberg zurückgehen. Hier befanden sich früher die Schmiede, der Brunnen, das Backhaus, die Fürstenküche, Kammern für die Knechte, Ställe für die Pferde, Speicher für Heu und Getreide sowie Wohn- und Repräsentationsräume für den Bischof. Heute dient der Hof im Sommer als Freilichtbühne für die Calderonfestspiele.
Öffnungszeiten: Mai bis Oktober dienstags bis sonntags 9 bis 17 Uhr

Historisches Museum

Das Historische Museum Bamberg in der Alten Hofhaltung zeigt auf einer Ausstellungsfläche von 4000 qm Ausstellungsstücke von der Vorzeit bis ins 20. Jahrhundert. Zur Sammlung gehören unter anderem vor- und frühgeschichtliche Funde, Skulpturen, Gemälde vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Handwerksgegenstände, wissenschaftliche Instrumente und Uhren des 16. bis 19. Jahrhunderts.

Die Grundlage für die Einrichtung bildete die Gemäldesammlung, die Domvikar Joseph Hemmerlein 1838 der Stadt Bamberg vermachte. Diese wurde in der Folgezeit durch weitere Stiftungen, Nachlässe, Leihgaben und Ankäufe ergänzt, so dass der Bestand der städtischen Sammlung bedeutend anwuchs. Bis 1935 befand sich das Museum in der Benediktinerabtei St. Michael. 1938 wurde die städtische Sammlung mit dem Kunstbesitz des Historischen Vereins zusammengelegt und in der Alten Hofhaltung ausgestellt. Bis 1957 hieß die Ausstellung Fränkisches Heimatmuseum, bevor sie den heutigen Namen erhielt.
Öffnungszeiten: Dienstags bis sonntags 9 bis 17 Uhr

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