6.12 Giechburg bei  Scheßlitz

Giechburg

Die Giechburg über der Stadt Scheßlitz (532 m. ü. M.) bietet nicht nur einen prächtigen Anblick, sondern ist auch ein lohnenswertes Ausflugsziel, allein schon wegen der großartigen Fernsicht, die man von ihrem Wehrturm aus genießen kann. Bei günstigem Wetter liegt der Regnitzgrund mit Bamberg und der Altenburg fast greifbar nahe, ebenso das Maintal. Trutzig beherrscht die Giechburg den von Hügeln umrahmten Talkessel. Zu erreichen ist sie von Scheßlitz aus über die Straße nach Zeckendorf, von der ein Seitenweg auf die Höhe abzweigt. 

Zur Geschichte

Der Berg, auf dem die Giechburg steht, war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt und befestigt. Prähistorische Funde belegen seine Nutzung als Fluchtberg in Zeiten der Not. In der fränkischen Zeit bildete er das Bindeglied zwischen den Königshöfen Hallstadt und Königsfeld. Die Wehranlage war ursprünglich die Stammburg des inzwischen ausgestorbenen Geschlechts derer von Giech. Erstmals erwähnt wurde sie 1125 in einer Urkunde des Bamberger Fürstbischofs Bischofs Otto I. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts geriet sie mehr und mehr in den Einflussbereich des Hochstifts Bamberg, in dessen Besitz sie 1390 endgültig überging. 1430 wurde sie von den Hussiten niedergebrannt. Der anschließende Wiederaufbau erfolgte in der Form, dass nun für die Verteidigung auch der Einsatz von Artillerie möglich wurde. Dies konnte jedoch nicht verhindern, dass die Giechburg im 16. Jahrhundert erneut zweimal zerstört wurde, und zwar 1525 durch aufständische Bauern und 1553 im zweiten Markgrafenkrieg durch die Truppen des Markgrafen Albrecht Alcibiades von Kulmbach.

In den Jahren 1602 bis 1609 fand ein umfassender Ausbau der Giechburg zu einer Festung durch Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel statt, die von den Schweden im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) nicht eingenommen werden konnte. Dass sie heute dennoch eine Ruine ist, ist dem bayerischen Bauinspektoren von Hohenhausen zu verdanken, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts die fast unglaubliche Idee in die Tat umsetzte, die Anlage durch Abdecken der Dächer in eine "malerische Ruine" zu verwandeln. Ihr Verfall war in der Folgezeit weder durch die Grafen von Giech, die 1819 wieder in den Besitz der Burg gekommen waren, noch durch die späteren privaten Eigentümer aufzuhalten. Erst die Initiative des Landkreises Bamberg, der 1971 die Ruine erwarb und gründliche und tiefgreifende Erneuerungsmaßnahmen durchführen ließ, bewahrte die Giechburg vor dem endgültigen Niedergang. 1974 konnten die Aufbau- und Sicherungsmaßnahmen abgeschlossen werden. Seitdem ist die Giechburg wieder der Öffentlichkeit zugänglich und für viele Besucher von Scheßlitz zu einer touristischen Attraktion geworden. Der stark einsturzgefährdete Bergfried ist seit 1982 wieder hergestellt und kann wieder bestiegen werden. 

Die Anlage

Bei der Giechburg lassen sich heute Vorburg und Hauptburg nicht mehr unterscheiden. Die ursprüngliche Feste hatte wohl einen bedeutend größeren Umfang als die jetzigen Reste. Die Wehranlagen unmittelbar östlich lassen vermuten, dass entweder zwei Vorburgen existierten oder die Hauptburg eine größere Ausdehnung besaß mit Anschluss einer Vorburg im Osten. Das Wasser für die Besatzung lieferte ein 64 m tiefer Ziehbrunnen. Außerdem konnte man das Wasser auch von dem so genannten Eselsbrunnen, einer 300 m östlich gelegenen Quelle, herbeischaffen. 

Hauptanziehungspunkt der Giechburg ist der 24 m hohe Bergfried. Früher sicherte er an der offenen östlichen Schmalseite die schwächste Stelle der Anlage. Heute übt er die Funktion eines Aussichtsturmes aus. Er ist ein über Eck gestellter Viereckbau, der einen kolossalen Eindruck vermittelt. Ihm nach Osten vorgelagert liegt ein tiefer Halsgraben. Im Norden und Westen befindet sich je ein schmaler Zwinger. Die Ringmauer ist mit sechs gewaltigen Rundtürmen bzw. Bastionen bewehrt. Sie stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. Von dem zweigeschossigen Wohngebäude ist der östliche Teil mit Erker- und Treppentürmchen eine Ruine. 

Im erhaltenen und neu ausgestalteten Westteil befindet sich heute eine Burggaststätte. Das gotische Eingangstor der Burg zieren die Wappen der Fürstbischöfe Rotenhan und Schaumberg. Die Toranlage führt in den dreiseitig umbauten Innenhof. Sie stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und diente dem Schutz des neuen Zuganges von Westen.  Der ursprüngliche Zugang befand sich im Osten und war durch den Halsgraben, über den eine Zugbrücke führte, und den Bergfried gesichert. 

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

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6.11 Scheßlitz
6.12 Giechburg

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6.27 Plassenburg

6.28 Bayreuth
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