6.31 Kirchen in Bayreuth

Evangelische Stadtpfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit

Die evangelische Stadtpfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit in Bayreuth zählt zu den bedeutendsten gotischen Sakralbauten in Oberfranken. Die dreischiffige Basilika mit zwei Westtürmen hatte einen romanischen Vorgängerbau aus dem 13. Jahrhundert, von dem noch die Untergeschosse des Nordturms stammen. Um 1375 wurde mit einem Neubau begonnen. Wegen Zerstörungen im Hussitenkrieg 1430 wurden die Bauarbeiten vorübergehend eingestellt. Das Langhaus musste neu errichtet werden und wurde bis 1480 fertiggestellt. Zwischen 1519 und 1529 wurden die beiden Westtürme hochgezogen.

Seit 1603 diente die Stadtkirche auch als Hofkirche der Markgrafen. Ein verheerender Stadtbrand von 1605 richtete erneut schwere Schäden an dem Gotteshaus an. Beim Wiederaufbau orientierte man sich ziemlich genau am früheren, gotisch geprägten Aussehen. Lediglich die so genannte Brauttür zeigt den Zeitgeschmack der deutschen Spätrenaissance. Die Seitenschiffe und die Gewölbe wurden weitgehend erneuert. Darüber hinaus wurden Steinemporen und zwei Treppentürme hinzugefügt. Die einst reiche Innenausstattung wurde im 19. Jahrhundert stark dezimiert. Im Zuge einer Stilreinigung wurde das sämtliche barocke Inventar entfernt. Gleichzeitig wurden Holzemporen eingebaut, die jedoch bei der Restaurierung in den Jahren 1975 bis 1978 wieder beseitigt wurden.

Die Westfassade der Stadtkirche ist kraftvoll gestaltet. Die fünfgeschossigen Türme werden von achteckigen Aufsätzen mit welschen Hauben bekrönt. Seit 1668 sind sie durch eine steinerne Brücke miteinander verbunden. Das neugotische Westportal zieren Figuren der Evangelisten. Die Brauttür am nördlichen Treppenturm der doppelgeschossigen Sakristei ist mit reichem Roll- und Beschlagwerk sowie mit Zierobelisken versehen. Der nordwestliche Treppenturm führt zur Orgelempore.

Von dem Bildhauer Hans Werner aus Nürnberg stammt der mächtige Hochaltar mit den virtuos geschnitzten Seitenwangen. Er wurde 1615 von der Markgräfin Maria gestiftet. Im Auszug ist die Darstellung eines Pelikans und ein Wappen mit den Passionsinsignien zu sehen, flankiert von Engeln und bekrönt von dem Gekreuzigten. Die Altarblätter wurden 1820 durch Gemälde von August Riedell ersetzt. Das Hauptbild zwischen den Aposteln Petrus und Paulus zeigt Christus am Ölberg. Darüber thront der Erlöser. In der Predella erkennt man eine Kopie der Abendmahldarstellung von Leonardo da Vinci. Hans Werner schuf auch die acht Reliefs, die jetzt in den neugotischen Taufstein eingesetzt sind. Die in weichen Alabaster geschnittenen Szenen, darunter das seltene Thema "Christus in der Kelter", zeigen schon frühbarocke Dynamik. Bemerkenswert ist auch die reich geschnitzte Kanzel mit Schalldeckel.

In der evangelischen Stadtkirche gibt es zahlreiche Grabdenkmäler zu sehen. Besonders hervorzuheben ist das altarähnliche "Küffner'sche Epitaph" im südlichen Seitenschiff. An eine spätgotische Schnitzgruppe der "Anbetung der Könige" fügen sich Stifterporträts mit biblischen Szenen an. In der Predella befindet sich als wertvolles Dokument der Stadtgeschichte die älteste erhaltene Ansicht von Bayreuth. Unter dem Chor befindet sich die Fürstengruft, in der von 1620 bis 1734 insgesamt 26 Angehörige des Hauses Brandenburg-Bayreuth bestattet wurden. Auch zahlreiche Hofbeamte ließen sich in der Kirche begraben und aufwendige Epitaphien errichten.

Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt / ehemalige Schlosskirche

Die Kirche Mariä Himmelfahrt wurde nach einem Schlossbrand im Jahre 1753 als Schlosskirche anstelle eines Gebäudeflügels errichtet. Seit 1813 dient sie als katholische Pfarrkirche. Der gestreckte Saalraum mit gerundeten Stirnseiten verlor im 19. Jahrhundert seine Ausmalung und wesentliche Teile der Ausstattung. Geblieben sind die zarten Stuckaturen und vor allem die Fürstengruft, in der Markgräfin Wilhelmine mit ihrem Gemahl und ihrer Tochter beigesetzt ist. Erwähnenswert sind auch das Altarretabel mit barocker Strahlenmadonna und der Taufstein von 1807.

Sophienkirche

Die evangelische Sophienkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit wurde von Erbprinz Georg Wilhelm als Ordenskirche gestiftet. Erbaut wurde sie zwischen 1705 und 1711 auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes. Der Ausbau des Südturms erfolgte in den Jahren 1716 bis 1718 unter der Leitung von Johann David Räntz. 

Die Sophienkirche ist ein durch Pilaster gegliederter Sandsteinquaderbau mit Walmdach. Die Mittelachsen werden durch flache Risalite mit Säulenportalen betont. Der vierseitige, dreigeschossige Turm erhebt sich über dem südlichen Kreuzarm. Über der Balustrade und einem achtseitigen Aufsatz wird er von einer geschweiften Haube mit Laterne und Helm abgeschlossen. 

Im Innern sind an drei Seiten Doppelemporen eingezogen. Sie ruhen auf durchgehenden Holzsäulen. Der Deckenstuck in den Gewölbezonen ist im Stil des Hochbarock gestaltet. Die Deckengemälde zeigen Szenen aus dem Neuen Testament. Im Hauptbild ist die Taufe Christi dargestellt. In den Kartuschen sind alttestamentliche Szenen zu sehen. An der Decke der Markgrafenloge befinden sich allegorische Malereien zum Ritterorden. Unter den Ausstattungsstücken verdienen der Kanzelaltar, der Orgelprospekt mit frühbarockem Aufbau, der Taufstein, einige Skulpturen von Elias Räntz sowie der Zyklus von zwölf großen Passionsbildern an den Emporenbrüstungen Beachtung. 

Spitalkirche

Die evangelische Spitalkirche wurde Mitte des 18. Jahrhunderts auf den Fundamenten einer spätgotischen Basilika erbaut. Während der rückwärtige Spitalhof noch die mittelalterliche Ansicht erkennen lässt, zeigt der fast quadratische Innenraum der Kirche mit dem mächtigen Kanzelaltar die Strenge des protestantischen Barock. Mildernd wirkt das warme Kolorit der Deckenbilder des Dresdner Malers Johann Benjamin Müller. Sie stellen unter anderem die Verleihung der Rednergabe an Jesaja dar, ein für den protestantischen Predigtgottesdienst besonders geeignetes Thema. Die Brüstungsfelder der dreiseitig eingezogenen Emporen zeigen 30 Gemälde mit Szenen aus dem Leben Jesu. 

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