6.25 Schlösser in Küps

Neues Schloss

Von den acht, mit dem ehemaligen Amtshaus der Herren von Redwitz sogar neun Schlössern, die die Marktgemeinde Küps beherbergt, gehört das Neue oder Hintere Schloss wohl zu den prächtigsten. Es ist das jüngste Bauwerk der Herren von Redwitz, eines der ältesten Adelsgeschlechter in Oberfranken. Erbaut wurde es 1730 auf den Fundamenten der im Bauernkrieg 1525 zerstörten ehemaligen Burg, die den Herren von Streitberg gehörte. In den Jahren 1969/1970 wurde es grundlegend renoviert.

Der älteste Turm in der neuen Schlossanlage ist der Eisturm. Er ist als Wappenturm in das Amtssiegel von Küps eingegangen. Auf ihm ist noch das Wappen der Streitberger mit der Jahreszahl 1549 zu sehen. Mit ihm zusammen ziert ein zweiter Turm den Renaissancegarten. Das Schloss birgt viele künstlerische Kostbarkeiten, die von den Stuckdecken bis zu integrierten Einrichtungsstücken reichen. Der schönste Raum ist sicherlich das Jagdzimmer mit seinen großen und kleinen Darstellungen von Jagdszenen.

Haus Schemenau (ehemaliges Amtshaus der Herren von Redwitz)

Das so genannte Haus Schemenau ist ein schlossähnliches, hochgiebeliges Gebäude. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert und war früher Amtshaus der Herren von Redwitz und Sommersitz eines Domherrn zu Bamberg aus dem gleichen Geschlecht. 1886 erwarb die Firma Gagel und Schemenau das Gebäude, von der es seinen Namen erhalten hat. 1910 wurde es renoviert. Dabei wurde das herrliche Fachwerk im Obergeschoss freigelegt.

Das Fachwerk zeigt allerlei seltene Schnitzarbeiten, darunter so genannte Andreaskreuze und Druidenfüße. Eine besondere Sehenswürdigkeit bildet das in Sandstein gehauene Renaissanceportal, das zu beiden Seiten mit Muscheln überdachte Nischen, in seinem Rundbogen Rosetten und oben in der Mitte eine Männerfratze zeigt.

Mittleres Schloss

Auf einem Wall vor der evangelischen Pfarrkirche St. Jakob steht das Mittlere Schloss. Über die Entstehungszeit dieses Baus gibt es keine Aufzeichnungen mehr. Sicher ist nur, dass es die erste Niederlassung des Herrn Wolfram von Chubice war, der bereits 1151 als Lehensmann des Grafen von Henneberg erwähnt wurde.

Das Mittlere Schloss war früher nur über eine Zugbrücke erreichbar und wurde später mit einem überdachten Holzsteg mit der Anhöhe verbunden, wo 1302 eine Schlosskapelle errichtet worden war. 1747 wurde der Burgfelsen mit einer Stütz- und Regenmauer umgeben und die Holzbrücke durch eine wappengeschmückte Torbrücke aus Sandstein ersetzt.

Schloss Nagel

Zu dem weitläufigen Besitz der Herren von Redwitz gehörte auch das Jagdschloss Nagel. 1625 ging es in den Besitz Hans Heinrichs von Künsberg über. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) konnte es trotz einer Monate langen Belagerung durch schwedische Truppen erfolgreich verteidigt werden. Im Zuge von Renovierungs- und Umbaumaßnahmen wurden der die Anlage umgebende Wassergraben zugeschüttet und die Wallmauer abgebrochen. Heute präsentiert sich das ehemalige Jagdschloss als einfacher Bau mit halb gewalmtem Mansarddach. Es steht in einem Park in der Nähe einer uralten Eiche, die am Fuß einen Umfang von 12 Metern aufweist.

Schloss Schmölz

Das Schloss Schmölz kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Mehrere Urkunden dokumentieren den Namenswandel, den die Anlage im Laufe der Zeit erlebte. 1194 wurde sie als Smoulnce, 1264 als Smolenz und 1329 als Schmalnz bezeichnet. Genau wie im Hauptort Küps saßen auch auf Schmölz die Freiherren von Redwitz als Schloss- und Gutsherren. Im 14. Jahrhundert erhielt Wolfram von Redwitz durch seine Frau Gertrud dort seinen ersten Besitz. Das alte Schloss von Schmölz wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört. Das 1536 entstandene neue Schloss wurde im Jahr 1861 von dem Dichter Oskar von Redwitz an die Freiherren von Egloffstein verkauft. Diese konnten ihre Umbaupläne aus finanziellen Gründen nur teilweise verwirklichen. 1972 wurde das Gebäude von der Familie Prümer erworben, von der es auch heute noch bewohnt wird.

Hainer Schloss

Im heutigen Ortsteil Hain besaß Heinrich von Redwitz einen im Jahre 1330 erwähnten Ansitz. 1378 trugen die Herren von Redwitz die Feste Hain dem Burggrafen Friedrich V. von Nürnberg zu Lehen auf. 1395 gelangte sie in den Besitz Ulrichs I. von Künsberg-Wernstein. Dessen Nachfahren erstellten auch den 1774 errichteten Neubau, der heute Eigentum der Geschwister Nowicki ist.

Burg Theisenort

Die alte Burg Theisenort stand an der südwestlichen Spitze eines Hügels und war mit dem 1539 neu erbauten Schloss durch eine Laufbrücke verbunden. Heute besteht von der Anlage nur noch ein Rest, der mit der Alten Wache zum Wahrzeichen des Ortsteils Theisenort geworden ist. Geschichtlich interessant ist die Tatsache, dass 1630 der ehemalige Gemeinherr Veit von Redwitz und Trunstadt sich im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) auf die Seite des Schwedenkönigs stellte. Als Strafe dafür fielen seine Güter dem kaiserlichen Fiskus anheim, und Wallenstein schenkte sie 1632 der Stadt Kronach. Diese Schenkung wurde aber praktisch nie vollzogen. Das neue Schloss ist mit dem Redwitz'schen Wappen und der Jahreszahl 1539 versehen. Architektonisch interessant ist der noch gut erhaltene überdachte Wehrgang über dem zweiten Burgtor, der einen beherrschenden Blick auf das Rodachtal und die Rundberge gewährt.

Wasserschloss Tüschnitz

Unter fachlicher Leitung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege wurden durch umfangreiche Grabungsarbeiten die Grundmauern der mittelalterlich-neuzeitlichen Burganlage des Wasserschlosses in Tüschnitz freigelegt. Die archäologischen Ausgrabungen erbrachten eine mindestens fünfphasige Festungsanlage, die als zentrales Gebäude einen aus Sandsteinquadern errichteten Wohnturm aus dem 14. Jahrhundert hatte. Dieser auf einem hölzernen Pfahlrost gegründete Turm überlagert einen älteren Mauerzug des 13. Jahrhunderts und besitzt jüngere Anbauten. Da der Platz seit der Zerstörung der Burg im Jahre 1632 nicht mehr überbaut wurde und der hohe Grundwasserspiegel im schlammigen Gelände ideale Erhaltungsbedingungen für Holzbefunde schafft, gilt dieses Objekt als einzigartig in Oberfranken und verspricht Beispiel gebende archäologische Forschungsergebnisse.

Schloss Oberlangenstadt 

Das Schloss Oberlangenstadt wurde erst im 19. Jahrhundert im englisch-gotischen Stil erbaut. Trotz seiner jungen Geschichte zählt es zu den schönsten Bauwerken im Landkreis Kronach. Der Bau wird von einem 35 Meter hohen Turm überragt. Seine Freitreppe, die so genannte breite Treppe, führt in die geräumige Parterrehalle, die neben alten geschnitzten gotischen Möbeln auch mit Rüstungen und verschiedenen Allianzwappen der Herren von Künsberg geschmückt ist. Das Schloss wird noch heute von der Familie bewohnt.

Nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch wegen seiner architektonischen Gestalt nimmt Schloss Oberlangenstadt eine Ausnahmestellung unter den Schlössern Oberfrankens ein. Dies gilt sowohl für die Außen- als auch für die Innenarchitektur, die eine reiche Prachtentfaltung erkennen lässt. So ist beispielsweise das Speisezimmer im Eckturm den maurischen Stil der Alhambra in Spanien nachempfunden. Das Schlafzimmer zeigt sich hingegen ganz im Rokoko, während der Salon den Stil Napoleons III. repräsentiert.

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

6.01 Bamberg
6.02 Bamberger Dom
6.03 Alte Hofhaltung
6.04 Neue Residenz
6.05 Klosterkirche und Benediktinerabtei St. Michael
6.06 Karmeliterkloster und Kirche St. Theodor
6.07 Stadtkirche St. Martin
6.08 Liebfrauenkirche
6.09 Kirchen St. Jakob,
St. Gangolf und St. Stephan

6.10 Profanbauten und Museen in Bamberg

6.11 Scheßlitz
6.12 Giechburg

6.13 Lichtenfels
6.14 Kloster Banz
6.15 Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen

6.16 Schloss Hohenstein

6.17 Coburg
6.18 Veste Coburg
6.19 Schloss Ehrenburg
6.20 Schloss Callenberg
Schloss Rosenau

6.21 Kronach
6.22 Festung Rosenberg

6.23 Burg Lauenstein

6.24 Küps
6.25 Schlösser in Küps

6.26 Kulmbach
6.27 Plassenburg

6.28 Bayreuth
6.29 Altes und Neues Schloss
6.30 Markgräfliches Opernhaus,
Festspielhaus
6.31 Kirchen in Bayreuth
6.32 Museen in Bayreuth
6.33 Eremitage

7 Cheb – Prag

 

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Stand: Thursday, 31. March 2016 - URL dieser Seite: http://burgen.strasse-online.de/6-bamberg-bayreuth/6-25-schloesser-in-kueps/index.html