6.20 Schloss Callenberg / Schloss Rosenau bei Coburg

Schloss Callenberg

Neben der Veste Coburg zählt Schloss Callenberg zu den kunsthistorisch bedeutendsten Profanbauten des Coburger Landes. Nicht nur der burgartige Bau, sondern auch seine Lage auf einer fast kreisförmig und steil ansteigenden Kuppe ist bemerkenswert. Der Name Callenberg wurde erstmals im Jahre 1122 urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit war die Anlage im Besitz des gleichnamigen Geschlechts. 1231 wurde sie von den Herren von Henneberg erworben, die ihrerseits die Herren von Sternberg damit belehnten. Mit dem Aussterben dieses Geschlechts im Jahre 1592 ging sie an Herzog Johann Casimir. Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung blieb sie im Besitz der Landesherrschaft, die sie zeitweise als Sommerresidenz nutzte. Noch heute ist das Schloss Privateigentum der herzoglichen Familie. 

Schloss Callenberg besteht aus zwei Teilen. Das Unterschloss ist heute durch eine Freitreppe mit dem Oberschloss verbunden. Der untere Bereich des Turms im Unterschloss dürfte noch aus der Zeit der mittelalterlichen Burganlage stammen. Die teilweise erhaltene Ummauerung mit ihren halbrunden Bollwerken wurde im 15. und 16. Jahrhundert errichtet. Der historisch bedeutendste Teil ist die Schlosskapelle des Herzogs Casimir. Die übrigen Gebäude wurden alle im 19. Jahrhundert in englisch-gotischen Formen umgebaut. 

Die Räume des Schlosses Callenberg sind heute als Museum eingerichtet. Sie zeigen schöne Wanddekorationen und sind mit kostbaren Möbelstücken, Gemälden, Porzellanen, kunstgewerblichen Arbeiten und einer Auswahl von Waffen aus vier Jahrhunderten (Sammlung des herzoglichen Kunstbesitzes) ausgestattet. Besonders bemerkenswert sind die Stand- und Tischuhren aus drei Jahrhunderten. Die so genannte Windsor-Galerie widmet sich der verwandtschaftlichen Verbindung des Herzogtums Coburg mit dem englischen Königshaus.

Der Bau der Schlosskapelle war um 1632 vollendet. Bis 1639 war sie vollständig ausgestattet. Die dreischiffige Hallenkirche mit steinernen Emporen an drei Seiten zeigt Elemente der Renaissance, wie z. B. in den Säulen mit ihren Mischkapitellen, aber auch der Gotik, wie z. B. in der kreuzrippengewölbten Decke, den großen Maßwerkfenstern und den mit Maßwerkmuster angefüllten Emporenbrüstungen. Ein besonderes Schmückstück ist die barocke Kanzel aus dem Jahre 1639. Sie wird von einer Säule getragen, an deren Füßen zwei Männer sitzen, zu denen sich ein Engel niederlässt. Die Brüstung zieren die vier Evangelisten und Kinderfiguren. An der Rückwand der Kanzel befindet sich eine durch Glas geschützte Kreuzigungsszene. Reich gestaltet ist auch der Taufstein, dessen Becken von drei Löwen getragen wird.

Der Schlosspark ist naturnah gestaltet und von Teichen durchsetzt. Nach Westen hin geht die hainartige Anlage in einen geschlossenen Wald über. Schloss Callenberg bietet einen wunderschönen Rahmen für Schlosskonzerte. Für die Veranstaltung "Konzertfrühling", die Sommerkonzerte und das Sommerfest werden jedes Jahr weltberühmte Künstler verpflichtet. Sie finden je nach Wetterlage im Innenhof oder in der Schlosskapelle statt.

Die Sammlung Herzoglicher Kunstbesitz und das Deutsche Schützenmuseum sind täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Samstags, sonntags und an Feiertagen finden jeweils um 14, 15 und 16 Uhr Regelführungen statt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zu Sonderführungen nach vorheriger Anmeldung. (Stand: September 2005)

Schloss Callenberg liegt ungefähr 6 km nordwestlich von Coburg im Stadtteil Coburg-Beiersdorf, erreichbar über die Bundesstraßen B 303 und B 4. Bequeme Parkmöglichkeiten für Reisebusse und Pkw bietet ein Parkplatz unmittelbar zu Füßen des Schlossberges. Behinderte Besucher dürfen mit ihren Fahrzeugen direkt zum Schloss fahren. Überdies verfügt Schloss Callenberg über einen Lift, der gehbehinderten Gästen den Besuch der Sammlungen problemlos gestattet.

Schloss Rosenau (Rödental bei Coburg)

Schloss Rosenau liegt nordöstlich von Coburg auf einem steil zur Itz abfallenden Hügel. Die Anlage geht auf eine mittelalterliche Burg zurück, die erstmals im Jahre 1451 urkundlich erwähnt wurde. Damals war sie im Besitz der Münzmeister von Rosenau. 1698 gelangte das Schloss an die Herzöge von Coburg, die es jedoch als Lehen weitergaben. Endgültig fiel es der Landesherrschaft im Jahre 1805 zu. Auf Drängen des damaligen Erbprinzen Ernst erwarb Herzog Friedrich Anton von Sachsen-Coburg die Anlage. Sein Sohn ließ sie zwischen 1808 und 1817 im neugotischen Stil als Sommersitz ausbauen. Schon bald entwickelte sich Schloss Rosenau zum Lieblingssitz der Coburger Herzöge. Hier wurde auch Herzog Albert, der Prinzgemahl der englischen Königin Victoria geboren. Beide weilten sehr oft auf Schloss Rosenau. Nach dem Ende des Herzogtums Sachsen-Coburg gingen Schloss und Park 1920 in das Eigentum der Coburger Landesstiftung über. Seit 1972 gehören sie der "Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen".

Beim Umbau von Schloss Rosenau zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die mittelalterliche Bausubstanz kaum berührt. Das Hauptgebäude, den ehemaligen Palas, überzog man einfach mit neugotischen Schmuckformen. So weisen beispielsweise die Fenster gotische Bogenformen auf. Die Schmalseite ziert ein Treppengiebel. Der Rundturm erhielt einen Zinnenkranz. An der Stelle der mittelalterlichen Vorburg stehen heute Wirtschaftsgebäude, in denen sich die Gesindewohnungen befanden.

Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes befindet sich der so genannte Marmorsaal, in dem früher höfische Bälle veranstaltet wurden. Er präsentiert sich als dreischiffige Halle. Das flache, ganz mit Zierleisten und Rankenwerken übersponnene Gewölbe wird von Säulen getragen. Im anschließenden Bibliothekszimmer sind bildliche Szenen aus Thiedolfs Minnefahrt zu sehen. Die Wohn- und Gesellschaftsräume im Obergeschoss schmücken farbige Malereien. Ausgestattet sind sie mit historischen Biedermeiermöbeln, Leuchtern und Porzellanschmuck.

Schloss Rosenau ist von einem Park im Stil eines englischen Landschaftgartens umgeben. Im Norden und Westen wird er von einem geschlossenen Waldgürtel geschützt. Der östliche Rand ist nur von wenigen Bäumen bestanden. Zwischen beiden Teilen liegt eine große Wiesenfläche mit wenigen Baumgruppen. Ein unterirdisches Bewässerungssystem speist die angelegten Teiche (Schwanenteich, Prinzenteich). Der Abfluss erfolgt über eine künstlich angelegte Felsengrotte zur Itz. Weitere Elemente der Gartenanlage sind eine Sonnenuhr, das heute als Parkrestaurant genutzte ehemalige Teehaus und die Orangerie. Letztere beherbergt seit 1989 ein Museum für modernes Glas.
Öffnungszeiten: 1. April bis 30. September dienstags bis sonntags 9 bis 18 Uhr, 1. Oktober bis 31. März dienstags bis sonntags 10 bis 16 Uhr. Während der Öffnungszeiten werden jeweils zur vollen Stunde Führungen angeboten. 

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