4.12 Kirchen in Ansbach an der Fränkischen Rezat

Gumbertuskirche

Die evangelische Stadtpfarrkirche und ehemalige Stifts- und Hofkirche St. Gumbertus ist das geschichtsträchtigste Gotteshaus von Ansbach. Stilelemente der Romanik, Gotik, Renaissance und des Barock sind hier zu einer Einheit verschmolzen. Die Drei-Turm-Fassade ist eines der Wahrzeichen der Stadt.

Der älteste Teil der Gumbertuskirche ist die Mitte des 11. Jahrhunderts errichtete romanische Krypta unter dem Hochaltar. Sie wurde 1934 komplett freigelegt. Sie präsentiert sich als dreischiffige Säulenhalle, die von einem Kreuzgratgewölbe überspannt wird. Zugleich ist sie das früheste Baudenkmal in Ansbach und eine der ältesten Krypten in Franken.

Im nördlichen Bereich des Gotteshauses befinden sich Reste einer 1165 geweihten und nach einem Brand von 1280 umgebauten dreischiffigen Pfeilerbasilika. Erhalten sind noch sieben vermauerte Arkadenöffnungen sowie die Umfassungsmauern von Chor und Querhaus. Auch der untere Teil der Drei-Turm-Fassade ist romanischen Ursprungs.

Die westliche Drei-Turm-Fassade erhielt im ausgehenden 15. Jahrhundert ihre zierlichen, achteckigen Flankentürme. Der breite Mittelturm ist ein 1594 von Gideon Bacher geschaffenes nachgotisches Werk mit Renaissancedetails. Vom spätgotischen Umbau existiert noch der zwischen 1501 und 1523 errichtete Chor. Er diente ab dem 18. Jahrhundert als Schwanenritterkapelle. Gründer des süddeutschen Zweiges des Schwanenritterordens war Markgraf Albrecht Achilles. Das mittelalterliche Langhaus wurde zwischen 1736 und 1738 durch den heutigen barocken Saalbau ersetzt.

Der schlichte, mit einem Stichkappengewölbe überspannten Innenraum hat eine umlaufende Empore mit verglaster Fürstenloge. Die Westempore wird von einem pompösen Orgelprospekt mit Ornamentformen des Rokoko beherrscht. Unter der Nordempore ist ein Kruzifix aus dem 16. Jahrhundert zu sehen. Erwähnenswert ist auch der barocke Kanzelaltar.

Besondere Beachtung verdient der spätgotische Chorn bzw. die so genannte Schwanenritterkapelle. Das Hauptaugenmerk beansprucht der Schwanenritterordensaltar für sich, ein Schreinaltar aus der Zeit um 1500. Die Mitte des Schreins nimmt eine kunstvolle Madonna ein. Auf den Flügeln sind die Verkündigung und die Anbetung durch die Heiligen Drei Könige dargestellt. In der Predella sind die Stifterfiguren zu erkennen. Die Georgsfigur aus der Zeit um 1500 in der Altarbekrönung wurde nachträglich hinzugefügt. Dafür stammt das Bild mit der Darstellung von Geburt und Tod Mariens in der Nordwestecke der Schwanenritterkapelle ursprünglich vom Altar. Sehenswert sind auch die zahlreichen Epitaphien und Totenschilde des Schwanenritterordens sowie das Gemälde "Christus in der Kelter" aus der Schule Albrecht Dürers. Unter der seltenen Christusdarstellung ist der hl. Gumbertus als Bischof mit Kirchenmodell zu sehen. In der Krypta unter der Schwanenritterkapelle kann man prächtige Sarkophage mit den sterblichen Überresten vieler Markgrafen bewundern.

St.-Johannis-Kirche

Mit dem Bau der evangelischen Pfarrkirche St. Johannis wurde um 1410 begonnen. 1435 war das Langhaus fertiggestellt. 1441 wurde der Grundstein für den Chor gelegt. Die Chortürme wurden zwischen 1504 und 1508 errichtet. Im Gegensatz zur Gumbertuskirche wurde der mächtige Sakralbau der Johanniskirche nicht barockisiert.

Die Johanniskirche präsentiert sich als schlichte dreischiffige Staffelhalle. Sie wird vom Chor dreiseitig nach Osten abgeschlossen. Mittelschiff und Chor werden von einem Springgewölbe, die Seitenschiffe von einem Kreuzrippengewölbe überspannt. Die beiden Chortürme sind nicht nur in der Höhe ungleich, sondern auch in Form und Gestaltung unterschiedlich. Der nördliche Turm ist fünfgeschossig und durch Maßwerkblenden, eine Galerie und einen Treppenturm reich gegliedert. Das Obergeschoss ist achteckig. Der südliche Turm ist niedriger und wesentlich schlichter gestaltet.

Die St.-Johannis-Kirche birgt mit dem nördlichen Seitenaltar ein Hauptstück der Altarbaukunst der Renaissance. Er hatte ursprünglich seinen Platz in der Gumbertuskirche. Sehenswert sind auch einige Epitaphien, unter denen das farbig gefasste Schnitzwerk des Bürgermeisters Wolfgang Seybald († 1631) herausragt. Unter dem Chor befindet sich die ehemalige Fürstengruft aus dem Jahre 1660.

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St.-Johannis-Kirche

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