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Burg Colmberg

"Im Frankenland, dem weiten, an Schönheit wohl bekannt, grüßt aus uralten Zeiten eine Burg, Colmberg genannt. Sie ist nicht schwer zu finden, leicht fragst Du Dich da durch! Von Ansbach her, die Straße halbwegs nach Rothenburg, thront sie auf einem 511 m hohen Bergkegel."

Die Burg Colmberg ist ein sehr schönes Beispiel einer mittelalterlichen Abschnittsburg, deren Ausbau bis ins 16. Jahrhundert dauerte. Sie ist umgeben von einem mehrfachen Bering. An der Ostseite führt eine Auffahrtsrampe durch ein Tor des 16. Jahrhunderts. Durch das anschließende gotische Spitzbogentor mit Zinnenbekrönung gelangt man schließlich in den Innenhof. Zwischen innerem und äußerem Ring liegen verschiedene Nebengebäude, so ein Pferdestall aus dem 17./18. Jahrhundert, eine Bastei aus dem 16. Jahrhundert, ein kleines barockes Brunnenhäuschen sowie ein alter gotischer Taufstein.

Im weiträumigen Innenhof steht der aus romanischer Zeit stammende Palast. Über zwei Kellergeschossen erhebt sich ein dreigeschossiger Bau mit mächtigem dreigeschossigen Walmdach. Die Obergeschosse mit der Kapelle und dem Rittersaal sind gotisch. Die Detailformen (Balustraden, Kassettendecken) und die Treppenanlage, die mit Beschlagwerksornamentik verziert ist, stammen aus der Zeit um 1600. An die Wehrmauer der Westseite angelehnt ist auch das im 18. Jahrhundert erbaute Rentenamt, ein Satteldachbau mit Fachwerkobergeschossen. Sein massives Erdgeschoss ist auf das mittelalterliche Marstallgebäude zurückzuführen. Über dem Eingangsportal kann man das Majolikawappen Markgraf Carl Friedrichs sehen. An den Bergfried, der aus mächtigen Buckelquadern errichtet wurde, ist die Gerichtslaube aus dem 16. Jahrhundert angebaut. In ihr übte der Burgherr die niedere Gerichtsbarkeit aus.

Die Burg wurde 1269 Cholbenberc genannt. Mit den Kolben sind die Rohrkolben gemeint, die noch immer am Weiher westlich der Bergnase wachsen. Die Festung wurde im frühen Mittelalter als Eckpfeiler des Sperrburgensystems Colmbeg-Berndorf-Gräfenbuch-Berglein-Virnsberg angelegt. Der aus staufischen Buckelquadern mit Zangenlöchern bestehende 30 m hohe runde Bergfried ("Butterfassturm") beweist, dass Colmberg eine Reichsburg gewesen sein muss. Wahrscheinlich kam sie zuerst in Besitz der Hohenlohe. Die ältesten Urkunden nennen als Bugherren aber die Grafen von Truhendingen, die sie durch schlecht bezahlte Vögte verwalten ließen. Die Achtbücher der Stadt Rothenburg bezeugen nach 1274 eine fast endlose Kette von Klagen gegen diese Amtsleute, die wegen ihrer selbstherrlichen Übergriffe fortwährend verurteilt wurden. Schließlich wurde 1293 nicht etwa der Vogt, sondern die gesamte Burg Colmberg wegen schweren Raubes geächtet, ein juristisch hochinteressanter Fall! Weil die Truhendingen in immer größere finanzielle Schwierigkeiten gerieten, trennten sie sich von dieser so schlecht beleumundeten Burg.

Zusammen mit der benachbarten Stadt Leutershausen kaufte 1318 Burggraf Friedrich IV. von Nürnberg Colmberg für 6200 Pfund Heller. Damals stand schon der zentrale Bau, der aus Palas, Kemenate und Burgkapelle bestand. Fast 500 Jahre war nun die Veste als westlichster Vorposten gegen die Stadt Rothenburg ein wichtiger Besitz der Hohenzollern, den sie zwar dreimal verpfändeten, aber immer wieder auslösten. Ihre Vögte überwachten von hier aus das Oberamt Colmberg. Aus dem Achtbuch der Stadt Rothenburg, den Monumenta Zollerana und der Regesta boica sind folgende Oberamtsleute bis 1440 bekannt:

  • 1321 Otto von Kolbenberg
  • 1323 Friedrich Hufnagel von Kolbenberg
  • 1328 Nolto von Seckendorff
  • 1337 Heinrich Zwickans von Kolbenberg
  • 1349 Aberdar von Seckendorff, Vogt zu Kolbenberg
  • 1401 Eberhard Rüde von Kolbenberg
  • 1406 von Seldenecke
  • 1406 von Rieghausen
  • 1410 Niclas von Kolbenberg
  • 1412 Geißendorfer

Der politische Zustand des Oberamtes Colmberg war in fünf Ämter eingeteilt:

  • das Castenamt Colmberg
  • das Vogtamt Colmberg
  • das Stadtvogtamt Leutershausen
  • das Vogtamt Jochsberg
  • das Castenamt Insingen

Das Castenamt und Vogtamt Colmberg mussten besonders Steuern, Zinsen und andere Abgaben eintreiben und verwalten. Letzteres hatte noch als besondere Aufgabe die Rechtssprechung. Das Oberamt Colmberg verfügte über Fron- und Zinsbauern. Sie mussten unter anderem Fuhrdienste verrichten und als Treiber auf der Jagd dienen. Nach einem Verzeichnis vom Jahre 1587 gab es 51 Fron- und Zinsbauern, die in Geslau, Gunzendorf, Steinach, Frommetsfelden, Unterhegenau, Oberndorf, Unterfelden, Aidenau, Bieg, Lauterbach, Schwabsoth, Kreuth und Dornhausen ansässig waren.

In Colmberg residierte auch Friedrich VI. Seit 1397 regierte er das Ansbacher Land. Zu seinen Lebzeiten lag er in ständigem Streit mit dem Nürnberger Großbürgertum, so dass er, obwohl er noch nominell Burggraf von Nürnberg war, 1408 seinen Sitz nach Colmberg verlegte. Auf der Burg lebte er mit seiner Frau Gemahlin Elisabeth, genannt "schöne Else", in Zurückgezogenheit. Hier fasste er auch den weit tragenden Entschluss, zum Beistand Kaiser Sigismunds nach Ungarn zu ziehen und ihn gegen die Osmanen zu unterstützen. Daher verschrieb er 1409 seiner Gemahlin die Burg mit vielen anderen Gütern als Witwensitz. Als Dank für seine Hilfe wurde er 1411 zum obersten Hauptmann über die Mark Brandenburg erhoben, die zu späterer Zeit der Kern des preußischen Großmachtstaates wurde. 1415 wurde er Markgraf, und 1417 erhielt er schließlich die Kurwürde. Friedrich VI. war somit der Begründer des späteren preußischen Königshauses Hohenzollern, das im Deutschen Reich zwischen 1871 und 1918 die Kaiserkrone inne hatte.

Weder im Städtekrieg 1449, noch im Bauernkrieg 1525 oder bei späteren Verwüstungen des Marktfleckens durch kaiserliche Truppen konnte die Burg Colmberg eingenommen werden.

1880 ging sie in private Hände über. Von 1927 bis 1964 gehörte sie dem letzten kaiserlichen Konsul in Japan. 1964 wurde sie von der Colmberger Familie Unbehauen erworben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute bietet ein Burghotel mit stilvollen Räumlichkeiten Möglichkeiten für Konferenzen und Tagungen.

In der Burgkapelle, die im 15. Jahrhundert erbaut worden ist, finden Trauungen und Taufen aller Konfessionen statt. Rittersaal, fränkischer Saal, Markgrafenstube und Kaminzimmer, mit Platz für 10 bis 150 Personen, eignen sich für Feste aller Art: Hochzeit, Familienfeier, Betriebsfest, Jubiläum, Ritteressen usw. Entspannung findet man im romantischen Burghof, der zu Kaffee und Kuchen einlädt. Hotelgäste können entscheiden, ob man elegant, rustikal oder neuzeitlich wohnen möchte. In gemütlicher Atmosphäre wird man im Restaurant "Zur Remise" oder in den Burgstuben bedient. Küche und Weinkeller bieten typische Leckerbissen aus Franken, darunter auch Wildspezialitäten aus eigener Jagd. Auch an die Kleinen ist gedacht: Um den 35 m hohen Bergfried ist ein Spielplatz angelegt. Das zur Burg gehörende Wildgehege mit Rothirschen, Damwild, Schwarzkitteln, Mufflons, Waschbär und vielen anderen Tieren lädt zu Spaziergängen ein.

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Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

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4.02 Colmberg – Geschichte
4.03 Burg Colmberg
4.04 Ortsteil Auerbach
4.05 Ortsteil Bieg
4.06 Ortsteil Binzwangen
4.07 Ortsteil Häslabronn
4.08 Colmberg – Bienenstand
4.09 Colmberg – Wandern –
Eichenwaldweg

4.10 Ansbach – Rokokostadt
4.11 Markgräfliches Schloss
4.12 Kirchen in Ansbach

4.13 Lichtenau
4.14 Feste Lichtenau

4.15 Wolframs-Eschenbach
4.16 Marktplatz – Wolfram-von-Eschenbach-Platz

4.17 Abenberg
4.18 Burg Abenberg

4.19 Roth
4.20 Markgrafenschloss Ratibor

4.21 Nürnberg
4.22 Nürnberger Burg
4.23 Kirchen in Nürnberg
4.24 Museen in Nürnberg
4.25 Profanbauten in Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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