4.16 Wolfram-von-Eschenbach-Platz

Wolfram-Denkmal

Den nach Wolfram von Eschenbach benannte Marktplatz ziert ein Brunnen, der dem begnadeten Minnesänger gewidmet ist. Das durch den bayerischen König Maximilian II. gestiftete Denkmal wurde 1860/1861 nach Plänen von Eduard von Riedel errichtet, der später auch die Pläne für das Schloss Neuschwanstein lieferte. Die Dichterstatue ist ein Werk von Eduard Knoll, dem Schöpfer der Bavaria in München. Die vier Wasser speienden Schwäne erinnern an die Lohengrin-Sage.

Deutschordensschloss

Das ehemalige Deutschordensschloss am Wolfram-von-Eschenbach-Platz ist eine Zweiflügelanlage mit angebauter Zehntscheuer. Erbaut wurde es im Jahre 1623 als Sommer- und Nebenresidenz des Landkomturs. Die Zehntscheuer ist etwas älter und stammt aus dem Jahre 1597. 1859 wurde das Schloss zum Rathaus umgewandelt.

Symmetrie, Proportion und Lebendigkeit verleihen dem Deutschordensschloss seinen eigenen Charakter. Die Schauseite zum Platz hin mit geschweiftem Giebeldach demonstriert wie keine andere im Ort herrschaftlichen Glanz und fügt sich mit der Fassade des Kirchturms und des Alten Rathauses zu einem harmonischen Ensemble zusammen. Die Ecken zieren zwei Erker. In der Mitte des zweiten Obergeschosses befindet sich das Prunkwappen des Hoch- und Deutschmeisters Erzherzog Carl von Österreich (1618 bis 1624), Sprössling des Habsburger Kaiserhauses. Darunter, in der Mitte des ersten Obergeschosses, sieht man links das Wappen des fränkischen Landkomturs Johann Eustach von Westernach (1618 bis 1625) und rechts daneben das des Nürnberger Hauskomturs Caspar Moritz von Türheim (1620 bis 1624). Zur Hofseite tritt ein polygonaler Treppenturm hervor.

Die Zehntscheuer auf der Rückseite des Deutschordensschlosses, ein mächtiger dreigeschossiger Kastenbau, diente in früherer Zeit als Lager für die Naturalabgaben der Eschenbacher und vor dem Bau des Deutschordensschlosses als landwirtschaftlicher Getreidespeicher. Erst seit 1960 befindet sich das Gebäude im Besitz der Stadt Wolframs-Eschenbach. In den Jahren 2000 und 2001 wurden Deutschordensschloss und Zehntscheuer umgebaut und durch einen modernen Zwischenbau miteinander verbunden. Der neu geschaffene Gebäudekomplex dient heute als Rathaus und Bürgerhaus. Neben den Verwaltungsräumen der Stadt und der Verwaltungsgemeinschaft sind im Innern ein Bürger- und Gästebüro mit öffentlicher Bücherei und Leseraum, ein Bürgersaal mit Galerie und ein Ratskeller untergebracht.

Liebfrauenmünster

Zwischen 1057 und 1075 wurde in Wolframs-Eschenbach die erste Kirche errichtet. Diese wurde im 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden umgebaut und durch die heutige katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Liebfrauenmünster) ersetzt. Zwischen 1220 und 1230 entstanden die drei spätromanischen Untergeschosse des Turms, die wie der frühgotische Chor aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts an das alte Langhaus angebaut wurden. Um 1300 erfolgte dann der Neubau des Langhauses. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Turm um zwei spätgotische Geschosse erhöht und mit 63 Metern zum höchsten Kirchturm in der Diözese Eichstätt ausgebaut. Unter dem Landkomtur Karl Heinrich Freiherr von Hornstein wurde das Gotteshaus ab 1730 barockisiert und der Innenraum eingewölbt. 1749 erfolgte an der südlichen Langhausseite der Anbau der barocken Marienkapelle. Die barocken Holzgewölbe wurden 1878 durch eine neugotische Konstruktion ersetzt. Die heutige bunte Eindeckung des Turms stammt von 1956.

Das Liebfrauenmünster von Wolframs-Eschenbach dürfte die älteste gotische Hallenkirche in Franken sein. Turm, Langhaus und Chor fügen sich zu einem Ganzen und erzeugen zugleich belebende Kontraste. Der einschiffige Rechteckchor lässt die elitäre Kunst der Zisterzienser aus dem Ebracher Umkreis zu erkennen. Am dreischiffigen Langhaus macht sich die volkstümliche Bauweise der Franziskaner bemerkbar.  Die Fenster sind spitzbogig. Lediglich das größere Ostfenster ist mit Maßwerk versehen. Das Turmuntergeschoss wird von einem Kreuzgratgewölbe überspannt. In das Innere der Liebfrauenkirche gelangt man durch eines der beiden Westportale.

Die Innenausstattung weist kostbare Schnitzaltäre auf. Der Seitenaltar im südlichen Seitenschiff stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Im Schrein sind Hochreliefs zu sehen, die die Kreuzauffindung durch die Kaiserin Helena zum Inhalt haben. In der Predella erkennt man die 14 Nothelfer. Die Schnitzarbeiten auf den Seitenflügeln stellen die Heiligen Martin und Gangolf dar. Der Rosenkranzaltar im nördlichen Seitenschiff, auch "Himmlischer Hof" genannt, entstand nur wenig später. Die obere Reihe des Hauptfeldes zeigt die Jungfrau mit Jesus, Gottvater und den Heiligen Geist sowie den Erzengel Michael mit Flammenschwert. Darunter sind verschiedene Heilige zu erkennen. In der Predella ist ein Relief der Heiligen Familie zu sehen. Die Flügelgemälde zeigen die Heiligen Stephanus und Laurentius. Der Hochaltar ist eine neugotische Arbeit aus dem Jahre 1878. Auf dem Altar steht eine Pieta aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Zu beiden Seiten sind die Heiligen Georg und Elisabeth zu sehen. Die Marienkapelle wurde wegen des vorhandenen Gnadenbilds erbaut. Das Gnadenbild zeigt die 7 Schmerzen Mariä (Weissagung Simeons, Flucht nach Ägypten, Suche nach Jesus im Tempel, Weg nach Golgotha, Kreuzigung Jesu, Kreuzabnahme und Grablegung Christi). Der Rokokoaltar stammt von 1751. Beachtung verdienen auch mehrere Statuen, der Taufstein aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts sowie das Deckengemälde mit der Darstellung der Krönung Mariens. Im Liebfrauenmünster ruhen auch die Gebeine des Dichters und Minnesängers Wolfram von Eschenbach.

Wolfram-von-Eschenbach-Museum / Altes Rathaus

Wo schon ein gotischer Vorgängerbau von 1451 stand, wurde 1685 das barocke Rathaus errichtet, das als Verwaltungsgebäude, Vergnügungsort und Kaufhaus zugleich diente. Es barg unter anderem einen Ratssaal, eine Kanzlei, einen Tanzboden und Verkaufsstände für Bäcker, Metzger und Krämer. Seit 1995 beherbergt der Bau das Museum Wolfram von Eschenbach. Allerdings handelt es sich hierbei um kein gewöhnliches Museum. In den Räumen befinden sich keine Exponate. Es ist vielmehr eine Gedenkstätte, die das Leben und Werk des Dichters in Szene setzt.
Öffnungszeiten: Dienstags bis samstags 14 bis 17 Uhr, sonntags 10.30 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

4.01 Colmberg
4.02 Colmberg – Geschichte
4.03 Burg Colmberg
4.04 Ortsteil Auerbach
4.05 Ortsteil Bieg
4.06 Ortsteil Binzwangen
4.07 Ortsteil Häslabronn
4.08 Colmberg – Bienenstand
4.09 Colmberg – Wandern –
Eichenwaldweg

4.10 Ansbach – Rokokostadt
4.11 Markgräfliches Schloss
4.12 Kirchen in Ansbach

4.13 Lichtenau
4.14 Feste Lichtenau

4.15 Wolframs-Eschenbach
4.16 Marktplatz – Wolfram-von-Eschenbach-Platz

4.17 Abenberg
4.18 Burg Abenberg

4.19 Roth
4.20 Markgrafenschloss Ratibor

4.21 Nürnberg
4.22 Nürnberger Burg
4.23 Kirchen in Nürnberg
4.24 Museen in Nürnberg
4.25 Profanbauten in Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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