2.20 Untergriesheim, Stadtteil von Bad Friedrichshall an Neckar, Jagst und Kocher
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Der Stadtteil

Untergriesheim ist der jüngste, der nördlichste und mit etwa 1200 Einwohnern der zweitkleinste Stadtteil von Bad Friedrichshall. Er liegt an der Jagst im Mündungsbereich von Schefflenz und Tiefenbach. In Untergriesheim gibt es eine Bahnstation an der Bahnlinie, die entlang des Jagsttales verläuft und in Jagstfeld auf die Neckartalbahnlinie trifft. Damit ist Untergriesheim nicht nur durch gut ausgebaute Straßen mit dem südlich gelegenen Industriegebiet Neckarsulm und Heilbronn verbunden.

Neben der Johannes dem Täufer geweihten katholischen Pfarrkirche gehört das Fachwerkhaus mit geschnitzten Knaggen zwischen Kirche und Friedhof zu den sehenswertesten Gebäuden von Untergriesheim. Ein reizvoller Blickfang ist auch der Bildstock von 1798 vor dem Pfarrhaus aus dem späten 17. Jahrhundert mit der Darstellung der Heiligen Familie.

Zur Geschichte

Untergriesheim wurde etwa um 300 von den Alemannen besiedelt. Der erste geschichtliche Nachweis seiner Existenz stammt aus dem Jahre 771. Die fränkische Siedlung Untergriesheim entwickelte sich um einen Herrenhof, dessen Lage im Oberdorf anzunehmen ist. Wie bei fränkischen Ortsgründungen üblich, standen wohl auch in Untergriesheim Herrenhof, Kirche und Pfarrhof eng beisammen. Ähnliches findet man auch in den Nachbarorten Duttenberg, wo Kirche und Herrenhof nur wenige Meter trennen, Kochendorf, wo das Greckenschloss und die Kirche unmittelbar nebeneinander liegen, oder in Bad Wimpfen, wo sich die Stadtpfarrkirche auf dem Boden des Wormser Hofes befindet.

Wahrscheinlich noch im 11. Jahrhundert versuchten die Dorfherren von Untergriesheim, auf der gegenüberliegenden Höhe eine Burg zu erbauen. Diese wurde aber sehr bald schon wieder aufgegeben und als Kleinkloster genutzt, in dem nach der Überlieferung Vater und Sohn Nußbaum im Jahre 1136 Unterschlupf gefunden haben sollen. Die Ortsherrschaft übernahm nun das Kloster Comburg bei Schwäbisch Hall. Wie die Kirche in Duttenberg war auch die in Untergriesheim schon in früher Zeit Mutterkirche. Diese betreute das gesamte damals besiedelte Tiefenbachtal und Höchstberg. In späterer Zeit kamen auch Hagenbach und Heuchlingen hinzu. Die Kirche in Untergriesheim war im Mittelalter eine Reichskirche im Besitz der Herren von Weinsberg. 1446 fiel sie an die Pfalzgrafen bei Rhein.

1523 verkaufte das Kloster Comburg die Propstei Nußbaum wegen Geldschwierigkeiten an die Herren von Gemmingen-Bürg in Widdern. Die Kapelle des Kleinklosters, in der der Untergriesheimer Pfarrer keine Rechte hatte, ließ der neue Pächter zu einem Wohnhaus umbauen.

1806 kam Untergriesheim zusammen mit den Nachbardörfer Jagstfeld, Hagenbach, Duttenberg und Kochendorf zum Königreich Württemberg. 1840 gründete der Unternehmer Johann Georg Corell in Untergriesheim eine Hammerschmiede, die über vier Generationen als Familienbetrieb geführt, 1950 aber aufgegeben werden musste.

1975 wurde Untergriesheim nach Bad Friedrichshall eingemeindet, das 1933 und 1935 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Kochendorf, Jagstfeld und Hagenbach entstanden und 1951 zur Stadt erhoben worden war. 1972, also drei Jahre früher als Untergriesheim, war auch Duttenberg als neuer Stadtteil hinzugekommen. 

Sehenswertes

Pfarrkirche Johannes Baptist

Die Kirche St. Johannes der Täufer in Untergriesheim hatte eine Vorgängerkirche, die sich bis 1845 auf dem Friedhof befand, an dessen Westmauer noch einige auch figürliche Grabdenkmäler der Gotik und des Barock erhalten sind. In den Jahren 1839 und 1840 fand ein Neubau der Dorfkirche an anderer Stelle statt. Das Gotteshaus musste im Laufe der Zeit mehrfach restauriert werden. Die letzte umfassende Renovierung konnte 1993 abgeschlossen werden.

Die heutige katholische Pfarrkirche wurde im so genannten Kanzleistil erbaut, einer Mischung aus Klassizismus und Neuromanik. Das Innere der Kirche ist nur spärlich ausgeschmückt. Im Chor ist ein Deckengemälde aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Die Ausstattungsstücke wurden teilweise aus der Vorgängerkirche übernommen, darunter das qualitätsvolle Rokoko-Gestühl, das angeblich ursprünglich aus dem Dominikanerkloster in Bad Wimpfen stammt, ein Kruzifix und eine barocke Madonna.

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Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

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2.07 Heinsheim – Burgruine Ehrenberg – Schloss Heinsheim

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