2.12 Ehemalige Kaiserpfalz in Bad Wimpfen am Neckar
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Die Kaiserpfalz

Die ehemalige Kaiserpfalz von Bad Wimpfen liegt an einer für die damalige Zeit strategisch wichtigen Stelle, nämlich dort, wo seit der Römerzeit die Straße vom Rhein her über den Neckar ging und im Mittelalter bis zur Donau führte. Die Verteidigung der Anlage wurde durch die Lage auf dem ringsum steil abfallenden Ausläufer eines Hügels erleichtert. Die Wimpfener Pfalz ist eine der besterhaltenen ihrer Art, die einzige staufische Pfalz in Baden-Württemberg und die größte in Deutschland. Der so genannte Blaue Turm im Westen und der Rote Turm im Osten markieren ihre größte Ausdehnung. Ihr künstlerischer Wert ist jedoch eher bescheiden einzuschätzen. Die Kaiserpfalz ist eng mit der Altstadt von Wimpfen am Berg verflochten und durch die Überbauung mit Wohnhäusern schwer zu überblicken.

Zur Geschichte

Wimpfen am Berg kam im 9. Jahrhundert von den Karolingern an das Hochstift Worms und als Kirchenlehen an den Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa. Dieser hielt hier im Jahre 1182 Hoflager. Auch seine Nachfolger weilten oder residierten hier geradezu. Um das Jahr 1200 wurde mit dem Bau der Kaiserpfalz begonnen. Konzipiert war sie als Abschnittsburg und besaß alle entsprechenden Wehrbauten und Anlagen.

Nach dem Untergang der staufischen Macht wurde die Kaiserpfalz Sitz der Reichslandvögte für Oberfranken und später für Niederschwaben. Gleichzeitig beherbergte sie das kaiserliche Landgericht. Im späten Mittelalter und besonders nach dem Dreißigjährigen Krieg setzte der allmähliche Verfall der Pfalz ein, der schließlich den Abbruch eines großen Teils und die Überbauung mit Privatbauten zur Folge hatte. Erhalten geblieben sind dennoch die beiden Bergfriede (Blauer und Roter Turm), die Pfalzkapelle, die 1909 restauriert worden ist, die Arkaden vor dem einstigen Palas, das Hohenstaufentor oder Schwibbogentor, das Steinhaus, in dem heute das Historische Museum von Bad Wimpfen untergebracht ist, sowie Teile der Ringmauer mit begehbarem Wehrgang im Norden, Süden und Osten.

Blauer Turm

Der Blaue Turm ist der westliche Bergfried der staufischen Kaiserpfalz. Er ist mit 58 m Höhe das höchste Gebäude und zugleich Wahrzeichen von Bad Wimpfen. Seine Seitenlänge beträgt etwa 10 m und die Mauerstärke ca. 2,50 m. Einst schützte der Blaue Turm den Hauptzugang der Pfalz, der sich zur Stadtkirche hin befand. Nach einem Brand von 1674 bekam er einen barocken Helm. Den heutigen Turmaufsatz mit Ecktürmchen erhielt er im 19. Jahrhundert nach einem erneuten Brand im Jahre 1848. Während sich der frühere rundbogige Eingang in einer Höhe von 7,50 m befand, kann man den Blauen Turm heute ebenerdig betreten. Ein Aufstieg lohnt sich in jedem Fall, denn von oben hat man einen herrlichen Rundblick auf das Neckartal und den noch vollkommen erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern, der unter Denkmalschutz steht.

Roter Turm

Der Rote Turm ist der östliche Bergfried der Kaiserpfalz. Als letzte Zufluchtsstätte der Burgherren wurde der Turm besonders aufwendig eingerichtet. Im obersten Geschoss sind noch heute ein romantischer Kamin, Wandnischen für einen Schrank und für ein Bett sowie eine Abortanlage erhalten. Neben dem Roten Turm befindet sich das Nürnberger Türmchen. Es erinnert an die Hilfe der Reichsstadt Nürnberg nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Hohenstaufentor

Das Hohenstaufentor, auch Schwibbogentor genannt, liegt am tiefsten Punkt des Pfalzgebiets, wo sich der Burghügel hinab in das Tal senkt. Im Vergleich zu den beiden Bergfrieden wirkt der mehrgeschossige Torturm mit tonnengewölbter Durchfahrt eher zierlich. Über der Tordurchfahrt erkennt man zugemauerte romanische Fenster. Der Rauchabzug eines offenen Kamins an der Nordseite lässt vermuten, dass der Torturm nicht nur als Wehrturm, sondern auch als Wohnturm eines Burgmannes gedient hat.

Arkaden des staufischen Palas

Zentrum der Pfalz war der großzügige Palas. Der Festsaal erstreckte sich ursprünglich über zwei Geschosse. Lediglich die nördliche Arkadenwand des zweiten Obergeschosses ist erhalten. Die Fensteröffnungen setzen sich aus zahlreichen Arkadenbögen zusammen, die von unterschiedlich verzierten Doppelsäulen getragen werden.

Pfalzkapelle

Über eine Herrscherempore war der Palas einst mit der Pfalzkapelle St. Nikolaus verbunden. Noch heute sind große Teile des um 1200 entstandenen Kapellenhauses erhalten und werden als Museum genutzt. Es ist der religiösen Entwicklung der Stadt und der Vielzahl ihrer Kirchen gewidmet. Die Sammlung besteht vor allem aus Messkelchen, Textilien, Büchern und Urkunden sowie einer eindrucksvollen Reihe von alten Epitaphien aus der evangelischen Kirche. 
Öffnungszeiten: April bis Oktober, täglich 10 bis 12 Uhr, 14 bis 16.30 Uhr

Steinhaus / Historisches Museum

Im Burgenviertel steht auch das Steinhaus. Es gilt als der größte romantische Wohnbau in Deutschland. Das Steinhaus diente wohl einst als Kemenate, als Wohnraum für die Königin und ihr Gefolge. Obwohl es mehrfach umgebaut wurde, ist seine Entstehung kurz nach 1200 noch gut zu erkennen. Besonders auffallend ist der spätgotische Staffelgiebel und das siebenteilige Fenster. Im ersten Obergeschoss befinden sich wertvolle Wandmalereien aus dem Mittelalter und der Spätgotik. Heute beherbergt das Gebäude das Historische Museum. Es umfasst Zeugnisse der Vor- und Frühgeschichte, vor allem aber solche des Mittelalters. Im Zentrum steht ein Modell der Wimpfener Kaiserpfalz, um das sich Sonderausstellungen gruppieren. Sammlungen zur staufischen Geschichte runden den Bereich Hohes Mittelalter ab. 
Öffnungszeiten: April bis Oktober, täglich 10 bis 12 Uhr, 14 bis 16.30 Uhr

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