2.19 Duttenberg, Stadtteil von Bad Friedrichshall an Neckar, Jagst und Kocher
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Der Stadtteil

Mit knapp 1000 Einwohnern ist Duttenberg der kleinste Stadtteil von Bad Friedrichshall. Der Ort liegt unterhalb der Dermuth (237 m. ü. M.) an einem sanft bis zur Neckarbrücke nach Bad Wimpfen hin abfallenden Hang nördlich der Jagst. Das Ortsbild wird im Zentrum geprägt von der Baugruppe der katholischen Pfarrkirche, des alten Herrenhauses (Burg Duttenberg), der Kelter und des ehemaligen Pfarrhauses. An der Hauptstraße bieten das klassizistische Rathaus von 1846, der Dorfbrunnen und zwei Fachwerkhäuser mit geschnitzten Erkern einen schönen Anblick. Sehenswert ist auch die alte Kreuzkapelle im Tal.

Zur Geschichte

Mehrere Grabhügel aus der Zeit um 700 v. Chr. sowie Tonscherben aus der Hallstatt- und der Keltenzeit, die sich über die ganze Gemarkung verteilen, belegen eine vor- und frühgeschichtliche Besiedlung von Duttenberg. In römischer Zeit entstand vor dem Kastell in Wimpfen im Tal auf der gegenüberliegenden Neckarseite auf den benachbarten Gemarkungen Offenau und Jagstfeld eine Art Vorstadt. In Duttenberg selbst hinterließen die Römer ihre Spuren in Form des Odenwaldlimes, der die Gemarkung bis zum Jahre 150 n. Chr. zerschnitt, und eines Gutshofes, der sich im Bereich der späteren Burg Duttenberg befand. In der Nähe gründeten die Alemannen, die um 260 das Neckargebiet eroberten, die Siedlung Scherzlingen, die aber recht früh wieder aufgegeben wurde. 

Der Ort Duttenberg selbst dürfte um das Jahr 600 etwa zur gleichen Zeit mit dem benachbarten Offenau am Neckar als fränkische Siedlung gegründet worden sein. Er hatte seinen Ursprung im Bereich des ehemaligen römischen Gutshofes und der späteren Burg Duttenberg. Duttenberg gehört damit zu den ältesten Siedlungen der Region. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Duttenberg 778 im Codex Laureshamensis, dem Urkundenbuch des südhessischen Klosters Lorsch an der Bergstraße. Die Urkunde dokumentiert die Schenkung von Land eines gewissen Reginolf an das Kloster.

Die Kirche zu Duttenberg war nicht nur Pfarrkirche der Duttenberger Gemeinde, sondern auch Mutterkirche für die Gemeinden Offenau und Bachenau und später wohl auch für Hagenbach und Heuchlingen. Um 1460 wurde Duttenberg ummauert. Die Befestigung soll auf Hans von Sickingen zurückgehen. 

1806 kam Duttenberg zusammen mit den Nachbardörfer Jagstfeld, Hagenbach, Untergriesheim und Kochendorf zum Königreich Württemberg. Seit der erfolgreichen Salzbohrung im Jahre 1816 in Jagstfeld bestimmten hauptsächlich Sole und Salz und seit der Ansiedlung der Zuckerfabrik in Duttenberg auch der Zucker die ökonomische Entwicklung des Ortes. 

1972 wurde Duttenberg nach Bad Friedrichshall eingemeindet, das 1933 und 1935 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Kochendorf, Jagstfeld und Hagenbach entstanden und 1951 zur Stadt erhoben worden war. 1975 kam schließlich Untergriesheim als neuer Stadtteil hinzu. 

Sehenswertes

Burg Duttenberg

Wann genau die Burg zu Duttenberg erbaut worden ist, liegt im Dunkeln. Auch über ihre Geschichte ist nur wenig bekannt. Heute ist sie als Burg kaum noch zu erkennen. Erhalten sind noch der so genannte Herrenhof und das Kelterhaus. Weiterhin stehen auch die katholische Pfarrkirche St. Kilian und das Pfarrhaus auf dem Burgareal. Vieles spricht für die Annahme, in früherer Zeit habe ein unterirdischer Gang von der Burg Duttenberg zum Schloss Heuchlingen geführt.

Wie man verschiedenen Urkunden entnehmen kann, scheint Burg Duttenberg besonders im 14. Jahrhundert von Bedeutung gewesen zu sein. Bis 1333 war sie im Besitz der Herren von Weinsberg, die sie dann jedoch wegen ihrer finanziellen Notlage an den Erzbischof von Mainz veräußerten. Im 15. und 16. Jahrhundert hatten die Herren von Wittstatt, genannt Hagenbuch, mit Sitz im benachbarten Hagenbach Anteil an der Burg Duttenberg. An diese Zeit erinnert ein Stein aus dem Jahre 1541 mit dem Allianzwappen Wittstatt/Eichholzheim über dem Westeingang des Herrenhofes.

1599 verkaufte der letzte Ritter von Duttenberg, Wolf Cappler von Oedheim, genannt Bautz, seine Wohnung, die sich aber nicht im Herrenhof, sondern im Kelterhaus befand, an den Deutschen Ritterorden. Der schlossartige Herrenhof ging schließlich 1668 ebenfalls in den Besitz des Ordens über. An diese Zeit erinnert das Ordenskreuz mit der Jahreszahl 1673 im Untergeschoss des Herrenhauses. 1769 erwarb die Familie Reichert das Schlossgut, von der es 1860 an Joseph Michael Reiß überging. Der jetzige Inhaber ist ein Nachfahre von ihm. Heute ist der ehemalige Herrenhof ein stattliches landwirtschaftliches Gut. Das Kelterhaus wird als Wohnhaus genutzt.

Kilianskirche

Die katholische Pfarrkirche St. Kilian in Duttenberg gilt als das schönste Gotteshaus im Stadtgebiet von Bad Friedrichshall. Sie steht in der Nähe des Herrenhofes der ehemaligen Burg Duttenberg. Erbaut wurde die Kilianskirche in den Jahren 1733 und 1734 unter dem Patronat des Deutschordens in spätbarockem Stil anstelle einer 1302 erstmals schriftlich genannten romanischen Chorturmkirche. Archäologische Funde lassen vermuten, dass sich an gleicher Stelle eine noch ältere, vorromanische Kirche befand.

Die Kilianskirche ist eine ansehnliche Hallenkirche mit reicher originaler Ausstattung.  Besonders sehenswert sind der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre. Die Altargemälde stammen von Johann Gihser. Die bildhauerischen Arbeiten sind Werke von Esterbauer und Hollbusch. Die Turmkapelle beherbergt eine neugefasste Pieta aus dem 14. Jahrhundert.

Kreuzkapelle (Annakapelle) 

Die Heilig-Kreuz-Kapelle, auch Annakapelle genannt, am Duttenberger Wehr an der Straße nach Jagstfeld wurde Ende des 15. Jahrhunderts als spätgotisches Chorturmkirchlein mit kreuzrippengewölbtem Chor erbaut. An ihrer Stelle befand sich in römischer Zeit möglicherweise ein heidnischer Kultplatz. Die Vorgängerkapelle war wohl das älteste christliche Gotteshaus der Gegend überhaupt.

An der Kassettendecke der Kreuzkapelle ist das Wappen des Deutschordenskomturs von Horneck, Oswald von Lichtenstein, angebracht, der im 17. Jahrhundert eine Renovierung durchführen ließ. Bei einer umfassenden Restaurierung im Jahre 1959 wurde ein Wandmalereizyklus mit 14 Bildern der in Süddeutschland seltenen Legende des heiligen Kreuzes aus der Zeit um 1500 freigelegt. An der Nordwand ist die Szenenfolge durch die Fenstervergrößerung teilweise gestört. Sie beginnt mit der Zweigübergabe an Seth vor der Paradiestür und der Pflanzung des Zweiges auf Adams Grab. Er endet mit der Kreuzerprobung und der Kreuzerhöhung. Auf einem der Bilder kann man die Silhouette des damaligen Wimpfen erkennen. Beachtung verdienen auch eine Kreuzigungsdarstellung und eine Schutzmantelmadonna aus dem späten 16. Jahrhundert an der Südwand.

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Burgenstraße

 

 

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