2.10 Wimpfen im Tal
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Stadtbefestigung

Die mittelalterliche Stadtbefestigung der Talstadt von Bad Wimpfen existiert noch zu großen Teilen. Weithin  erhalten ist auch der Graben. Die Stadtmauer entstand zu Beginn des 14. Jahrhunderts teilweise auf Fundamenten der römischen Ummauerung, vor allem auf der Südseite. Ihr Umfang lässt erkennen, dass Wimpfen im Tal im Mittelalter eine recht große Stadt war. Viel Schmuckvolles gibt es an der Mauer allerdings nicht zu sehen. Die einzige Zierde, die man entdeckt, ist das Stifterwappen. Türme fehlen heute ganz. Dennoch lohnt ein Gang um die Wehrmauer, der reizvolle Ausblicke auf den Neckar, Wimpfen am Berg und Jagstfeld, einen Stadtteil von Bad Friedrichshall, gewährt. 

Ritterstiftskirche St. Peter

Im Stadtteil Wimpfen im Tal steht die ehemalige Ritterstiftskirche St. Peter. Sie ist ein Meisterwerk der Frühgotik. Erbaut wurde sie im Mittelpunkt des römischen Kastells. Der doppeltürmige Fassadenbau mit dem Westportal stammt noch aus der Zeit des romanischen Vorgängerbaus und ist vermutlich in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts zu datieren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde er gründlich restauriert. Der frühgotische Neubau entstand im 13. Jahrhundert, und zwar ab 1269 zunächst der Chor und das Querhaus und kurz vor 1300 das dreischiffige Langhaus. Das Langhausgewölbe wurde erst im 15. Jahrhundert eingezogen.

Die Achse zwischen Querhaus und Langhaus bildet einen auffälligen Knick. Dieser entstand deshalb, weil man, was ursprünglich nicht vorgesehen war, den westlichen Fassadenbau der romanischen Vorgängerkirche wohl aus Sparsamkeitsgründen mit in den Neubau einbezog, der jedoch in einem schiefen Winkel zum Neubau stand.

Die Ostansicht der Ritterstiftskirche wird von dem polygonalen Chorabschluss, den beiden eingezogenen Chortürmen sowie den Seitenchören der Querhausarme bestimmt. Die Wände der Chöre werden von zweiteiligen Maßwerkfenstern durchbrochen. Der südliche Querhausgiebel ist die Hauptschauseite. Die Stirnwand wird seitlich durch zwei kräftige Strebepfeilerpaare begrenzt, die von säulengetragenen Figurenbaldachinen bekrönt werden. Imposant präsentiert sich das riesige, sechsteilige Maßwerkfenster in der Giebelwand. Dagegen wirkt das kleine südliche Seitenportal fast verloren. Neben der prächtigen Giebelwand nimmt sich die Langhauswand mit ihren verhältnismäßig kleinen Fenstern sehr schlicht aus.

Die Stiftskirche gehört zu den wenigen Bauten in Deutschland, die über zwei ausgedehnte Plastikzyklen verfügen. Im Tympanon des Südportals erkennt man eine Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes, bereichert durch die Symbolfiguren Ecclesia (Kirche) und Synagoge und flankiert von zwei knienden Stifterfiguren. Die zwölf Apostel in dem Bogenlauf über dem Portal werden in der Bekrönung ergänzt durch eine Darstellung des Weltenrichters mit Engeln, die die Leidenswerkzeuge halten.

Die Figuren, die, gekrönt von prächtigen Baldachinen gotischer Architektur, im Chor auf Konsolen stehen, stellen die Ordensgründer Franziskus, Dominikus und Bernhard oder Benedikt, eine Muttergottes, die Heiligen Drei Könige, den hl. Thomas sowie weitere Heilige dar.

Von den weiteren Ausstattungsstücken ist der Hochaltar das eindrucksvollste. Die Vorderseite ist mit sieben Blendmaßwerkfenstern zierlichster Art geschmückt, während die Nebenseiten mit je drei Blenden einfacher gehalten sind. Das mittlere Maßwerk der Vorderseite stellt eine ziemlich genaue Verkleinerung des Fensters im südlichen Querhausgiebel dar. Besonders interessant ist, dass an der Rückseite eine Tür in das Innere des als große Kammer dienenden Altarblocks führt.

Die Glasfenster des Chores sind zum Teil Kopien der Originale aus dem 13. Jahrhundert, die sich heute im Landesmuseum in Darmstadt befinden. Die Neuverglasung stammt aus dem Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie stellen das Leben Jesu und Szenen aus dem Alten Testament dar. Bekrönt wird der Hochaltar von einem mächtigen Holzkreuz aus dem 15. Jahrhundert.

Besondere Beachtung verdient auch das Chorgestühl mit Dreisitz. Die Rückwand, die Decke und die mittlere Wange gehen auf die Wiederherstellung im Jahre 1498 zurück. Die Bemalung der Rückwand stammt aus der Zeit um 1550. Nicht mehr vorhanden ist der Lettner, der ursprünglich den Chor gegen das Mittelschiff abschloss. Unter den weiteren Ausstattungsstücken verdienen unter anderem auch das Sakramentshäuschen mit spätgotischem Astwerk im Chor, ein Vesperbild aus dem 15. Jahrhundert und eine Anna Selbdritt aus dem 16. Jahrhundert im südlichen Querhaus, Reste eines Katharinenaltars mit Figuren der Heiligen Agnes und Margarete im nördlichen Nebenchor, eine hl. Katharina, ein hl. Sebastian und ein vergoldeter hl. Nepomuk, die als Einzelfiguren in der Kirche stehen, sowie die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert Beachtung.

Der Kreuzgang des zur Ritterstiftskirche gehörigen Benediktinerklosters Grüssau gilt als architektonische Perle des Spitzbogenstils. Im Ostflügel sind einige Apostel-, Propheten- und Heiligen-Skulpturen zu sehen. Gruppenführungen durch Kirche und Kreuzgang sind nach Vereinbarung möglich.

Kornelienkirche

Die so genannte Kornelienkirche liegt außerhalb der Stadtmauern der Talsiedlung von Bad Wimpfen. Verwunderlich ist der Name, da das Gotteshaus Maria geweiht ist und in keinem Zusammenhang ein hl. Cornelius erwähnt wird. Die jetzige Kirche wurde im Jahre 1476 erbaut. Ältere Teile sind nicht erkennbar. Doch schon lange vorher gab es einen Vorgängerbau. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt die Kornelienkirche schwere Beschädigungen. Ab 1740 wurde sie als Heumagazin zweckentfremdet, und die Verwahrlosung im frühen 19. Jahrhundert führte fast zum Abbruch. Dennoch wurde die Kirche gerettet und 1902 gründlich restauriert.

Die Prachtstücke der Kornelienkirche sind die spätgotischen Portale. Über dem Seitenportal erkennt man eine Verkündigungsgruppe zu Ehren der Kirchenpatronin Maria. Außer den beiden Hauptpersonen, der Gottesmutter und dem Erzengel Gabriel, sieht man oben noch Gottvater mit der Weltkugel, die Taube als Symbol des Heiligen Geistes sowie das mit dem Kreuz beladene Jesuskind, das von Gott ausgehend auf einer Strahlenbahn seiner Mutter entgegenfliegt. Das Tympanon des Westportals ziert eine Kreuzigungsgruppe. Hier sind auch die Stifterwappen derer von Venningen und von Nippenburg angebracht.

Im Innern sind noch Wandmalereien aus dem späten 15. Jahrhundert erhalten. Man erkennt die hl. Familie, die Kreuzigung, Christus zwischen Ähren und Weintrauben als Sinnbild für das Messopfer, die Verkündigung, das Weltgericht, die Erschaffung der Welt und der Menschen bis zur Vertreibung aus dem Paradies sowie den hl. Jodokus. Erhalten sind auch die Weihekreuze aus dem Jahre 1476.

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