2.25 Kiliansplatz, Kilianskirche, Rathaus, Käthchenhaus
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Kiliansplatz

Auf der Rückseite der Kilianskirche liegt der Kiliansplatz. Seine beiden Brunnen verkörpern Historie und Neuzeit. Der Siebenröhrenbrunnen ist eine Neuschöpfung des legendären Urbrunnens, der der Stadt seinen Namen gab. Die sieben Röhren symbolisieren, dass Heilbronn zu den "sieben guten Städten" des Königreichs Württemberg gezählt wurde. Reliefs religiöser Szenen und weltlicher Macht zieren den Brunnen. Am Komödiantenbrunnen sind bronzene Musikanten und Gaukler des Mittelalters dargestellt.

Kilianskirche

Die evangelische Kilianskirche trägt den Namen des Missionars und Begründers des Bistums Würzburg. Sie steht an der Stelle der 741 erwähnten Michaelskapelle. Diese wurde Ende des 13. Jahrhunderts durch eine dreischiffige Säulenbasilika mit einschiffigem, polygonalen Ostchor ersetzt. Die Seitenschiffe schlossen mit Osttürmen ab. Im 15. Jahrhundert wurde das Gotteshaus zu einer gotischen Hallenkirche umgebaut. Die Schauseite mit dem Westturm (Kiliansturm) konnte 1529 unter der Leitung des Künstlers Hans Schweiner aus Weinsberg fertiggestellt werden.

Auf der Südseite des Marktplatzes ragt der 62 Meter hohe Kiliansturm als Wahrzeichen und als künstlerische Krönung der Stadt empor. Auf einem gotischen Unterbau stehend gilt er als das erste Renaissancebauwerk nördlich der Alpen und zugleich als das originellste. Fratzen und Fabeltiere als Wasserspeier, die sich an dem achteckigen Turm befinden, singen ein Spottlied auf Kirche und Mönche. So sind beispielsweise ein als Mönch verkleideter, wasserspeiender Affe, Bischöfe mit Spechtzungen, Mönch und Nonne mit Vogelleibern und ähnliches zu sehen. Mit dieser Darstellung sprengte der Künstler Hans Schweiner die Fesseln des Mittelalters. Der übergroße Stadtsoldat auf der Spitze ist für einen Kirchturm einzigartig auf der Welt. Der Turm kann bis zum Rundgang in 34 Meter Höhe bestiegen werden.

Reich gestaltet sind auch die Kirchenportale. Das Nordportal zeigt in einem Bronzerelief den Einzug Jesu in Jerusalem und die Verleugnung durch die Jünger, das Südportal die Aussendung der Apostel und die brennende Stadt Sodom als Hinweis auf das göttliche Gericht. In der Vorhalle befinden sich Steinepitaphe und Plastiken. Sehenswert sind auch die hohen Farbfenster des Hauptchores mit Bildern der Erschaffung der Erde und ihres Endes nach der Offenbarung des Johannes. Im nördlichen Seitenchor sind Reste der spätgotischen Verglasung und ein Steinrelief aus der Zeit um 1500 mit der Darstellung Christi am Ölberg zu sehen. Fragmentarisch sind im Nord- und im Hauptchor zwei spätgotische Sakramentshäuschen erhalten.

Der Hochaltar (1498) von Hans Seyfer nimmt nicht nur einen herausragenden Platz unter den Ausstattungsstücken der Kilianskirche ein, sondern auch in der Schnitzkunst der Spätgotik überhaupt, und stellt seinen Schöpfer in eine Reihe mit Tilman Riemenschneider. In der Predella erkennt man in der Mitte den Schmerzensmann mit Maria und Johannes und zu beiden Seiten die Büsten der Kirchenväter Gregor, Hieronymus, Augustinus und Ambrosius. Der 12 Meter hohe Altaraufsatz aus Lindenholz zeigt Szenen aus der Vita Jesu Christi und des Marienlebens. Im Zentrum des Schreins steht Maria als apokalyptische Gottesmutter mit dem Kind auf einer Mondsichel, links flankiert von Petrus und dem Märtyrer Laurentius, rechts von den Heiligen Kilian und Stephanus. Die Flachreliefs des linken Altarflügels zeigen die Geburt Jesu und die Ausgießung des Heiligen Geistes, die des rechten Flügels die Auferstehung und den Tod Mariens. Gekrönt wird der Hochaltar von einer Kreuzigungsgruppe. Der Altar überlebte den Krieg im Salzbergwerk Friedrichshall. Nach dem Wiederaufbau der Kirche wurde er wieder aufgestellt. 
Kostenlose Führungen werden mittwochs und sonntags um 15 Uhr angeboten.

Rathaus

Das Rathaus schräg gegenüber der Kilianskirche am Marktplatz wurde nach seiner Kriegszerstörung nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Ursprünglich war es ein gotischer Bau aus dem Jahre 1417, der Ende des 16. Jahrhunderts im Renaissancestil erweitert wurde. Reste des ersten Steinhauses mit Spitzbogenfenstern sieht man noch an der Ostseite des Gebäudes. Die breite Freitreppe zeugt vom Selbstbewusstsein der alten Reichsstadt. Unter den Arkaden steht links das Original-Männle (Soldat auf dem Kiliansturm), das 1886 durch eine Nachbildung ersetzt wurde. Das Glanzstück der Rathausfassade ist die restaurierte Kunstuhr von Isaak Habrecht (1580). Das vierteilige Ensemble der Uhr besteht aus einer astronomischen Uhr, einer Zeituhr, einer Mondphasentafel und einem Türmchen mit Stundenglocke. Zu jeder vollen Stunde setzen sich Figuren in Bewegung.

Durch den Rathauseingang erreicht man die Ehrenhalle. Sie ist ein Mahnmal für die insgesamt 11 000 Heilbronner Opfer des Zweiten Weltkrieges und des Dritten Reiches. Ein Modell zeigt die zerstörte Stadt nach dem verheerenden Luftangriff.

Käthchenhaus

An der östlichen Seite des Marktplatzes befindet sich das im 14. Jahrhundert erbaute Käthchenhaus. Um Theaterfreunden und Besuchern etwas zu bieten, wurde es nach der Titelfigur des Kleist-Dramas benannt. Das Käthchen selbst ist eine Phantasiegestalt des Dichters. Historie oder Legenden wissen von ihr nichts. Heilbronn diente Kleist als Kulisse für seine dramatische Liebesgeschichte, weil er in dieser Stadt möglicherweise das Idealbild einer Reichsstadt sah. Den schmucken Erker zieren Brustbilder von vier Propheten.

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Götzenturm und Bollwerksturm, Hafenmarktturm, Wartberg

Schlosshotel Liebenstein, Neckarwestheim am Neckar, südlich von Heilbronn

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

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2 Haßmersheim – Heilbronn

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4 Colmberg – Nürnberg

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6 Bamberg – Bayreuth

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