1.25 Mosbach an der Elz
Neckarelz Lohrbach Stadt Wasserschloss Lohrbach Märchenwald Dallau Keramik Markt Fachwerkhaus Konstruktion Glockenstuhl, Tropfsteinhöhle Eberstadt, Baustile Baden-Württemberg

Die Stadt

Mosbach ist Kreisstadt des Neckar-Odenwald-Kreises. Mit den Stadtteilen Diedesheim, Lohrbach, Neckarelz, Nüstenbach, Reichenbuch, Sattelbach und Waldstadt zählt es rund 24 000 Einwohner. Im Stadtteil Neckarelz befindet sich die Bahnstation der Kreisstadt. Mosbach liegt im malerischen Elztal, nahe der Mündung der Elz in den Neckar. Rund um die Stadt gibt es Wälder und Landschaften von hohem Erholungswert.

Bei einem Bummel durch die historische Altstadt begegnet man an vielen Häusern Handwerkerzeichen, die die Handwerkertradition von Mosbach unterstreichen. Auch sonst pflegt die Stadt alte Traditionen.  Gleichzeitig präsentiert sie sich aber auch als eine moderne und aufgeschlossene Stadt. Für den Neckar-Odenwald-Kreis ist sie Handels- und Dienstleistungszentrum. Besonders attraktiv ist der Einzelhandel, der zahlreiche Käufer in die Fußgängerzone der Innenstadt zieht. Die Altstadt ist beispielhaft saniert. Farbenprächtiges Fachwerk am Marktplatz und in den Gassen bildet die Kulisse für das pulsierende Geschäftsleben. Der Marktplatz ist Bühne für Gaukler und Jongleure. Theatervorstellungen, Konzerte, Trödelmärkte oder Vorführungen von Trachten- und Volksgruppen gehören ebenso zum Stadtbild. Für das leibliche Wohl sorgen zahlreiche Straßencafés, Weinlokale und Restaurants.

Zur Geschichte

Bodenfunde, aber auch sichtbare Grabhügel, belegen die frühe Besiedlung des Raums Mosbach in vorgeschichtlicher Zeit. Zur Römerzeit lag Mosbach an einem wichtigen Handelsweg. Die 1986 im Stadtteil Diedesheim gefundene Jupitergigantenstatue ist Zeugnis jener Epoche. Franken und Alemannen hinterließen ihre Spuren in Form von Reihengräbern aus dem Zeitraum 450 bis 750 n. Chr. im Stadtteil Neckarelz. 

Die Anfänge von Mosbach selbst gehen zurück auf eine Klostergründung im 8. Jahrhundert. Diese wird dem fränkischen Missionar Pirmin im Jahre 736 zugeschrieben, was jedoch historisch nicht gesichert ist. Das Benediktinerkloster, das 826 erstmals urkundlich erwähnt wurde, befand sich an der Stelle, wo heute die Stiftskirche steht. Um das Jahr 1000 wurde es in ein Kollegialstift umgewandelt.

Im 9. Jahrhundert entfaltete sich um das ehemalige Kloster reges Leben, und bald gewann die Siedlung als Markt-, Münz- und Gerichtsstätte an Bedeutung. Das genaue Datum der Stadtgründung liegt jedoch im Dunkeln. Man geht davon aus, dass sie im 13. Jahrhundert von Staufern auf dem Grund und Boden der Abtei angelegt wurde. Jedenfalls besaß Mosbach bereits 1291 Stadtrechte, als es in einer Urkunde als "oppidum", "eine mit Türmen, Mauern und Gräben bewehrte Stadt", bezeichnet wurde. An die reichsstädtische Vergangenheit erinnert noch heute das Stadtwappen, in dem der schwarze Reichsadler mit roten Fängen auf goldenem Grund zu sehen ist.

Mit der Verpfändung der Stadt Mosbach im Jahre 1297 durch König Adolf von Nassau wurde eine Reihe von Verpfändungen eingeleitet. Die Verpfändung an die Pfalz im Jahre 1329 bedeutete den Anfang vom Ende der Reichsstadtherrlichkeit. Ab Mitte des 14. Jahrhunderts gehörte die Stadt zum pfälzischen Herrschaftsgebiet. Von 1410 bis 1499 war Mosbach der Hauptort eines eigenständigen Fürstentums Pfalz-Mosbach. Von 1499 bis zur Auflösung der Kurpfalz im Jahre 1803 war es kurpfälzische Oberamtsstadt.

Nachdem in Mosbach im 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt worden war und die katholischen Gottesdienste verboten waren, wurde 1557 die Stadtpfarrkirche St Cäcilia abgebrochen und 1564 das Stift von der Stadt aufgehoben. Der Großteil ihres Vermögens wird bis heute von der "Evangelischen Stiftsschaffnei" verwaltet. Der Dreißigjährige Krieg brachte Plünderungen, Zerstörungen, wechselnde Truppendurchmärsche und Einquartierungen. Als 1685 die katholische Linie Pfalz-Neuburg die Herrschaft in der Pfalz übernahm, wurde eine Zeit der religiösen Toleranz eingeläutet. Alle Konfessionen durften ihre Religion frei ausüben. Die Lutheraner errichteten eine eigene Kirche in der Altstadt, die 1698 eingeweiht wurde. Reformierte und Katholiken nutzten die ehemalige Stiftskirche, in der 1708 eine Trennmauer eingezogen wurde, simultan, wobei den Reformierten das Schiff, den Katholiken der Chor zugewiesen wurde.

Das 18. Jahrhundert brachte für Mosbach neue wirtschaftliche Impulse. Es entstanden zahlreiche Unternehmen, die ein breitgefächertes Produktionsspektrum abdeckten. Eine führende Stellung nahm dabei die Porzellanindustrie ein. 1806 ging Mosbach nach dreijähriger Zugehörigkeit zum Fürstentum Leiningen an das Großherzogtum Baden über.

1923, zur Zeit der großen Inflation erwies sich der damalige Bürgermeister als humorvoller Mensch, als er auf stadteigene Notgeldscheine originelle Sprüche drucken ließ wie: "Dieser Schein hat vollen Wert, dafür bürgt die Michelherd", oder "Mußt du mit bösen Menschen ringen, dann mach's wie Götz von Berlichingen. Schlag nach dem Gruß das Fenster zu und such bei Arbeit Fried' und Ruh'!" Im Zweiten Weltkrieg blieb Mosbach von Luftangriffen verschont. Nach 1945 musste die Stadt aber zahlreiche Flüchtlinge und Heimatvertriebene aufnehmen. Um für diese Menschen Wohnraum zu schaffen, wurden neue Siedlungen gegründet. Seit 1976 ist Mosbach Große Kreisstadt.

Sehenswertes

Fachwerkbauten/Palm'sches Haus

Zahlreiche Fachwerkhäuser beherrschen das Bild der Altstadt von Mosbach. Die tragende Konstruktion eines Fachwerkhauses besteht aus miteinander verbundenen Hölzern. Zwischen den tragenden Bauteilen gibt ein Flechtwerk aus Ruten und Prügeln einer Lehm- und Strohpackung festen Halt. Die Hauptkonstruktionsprinzipien sind dabei der Ständerbau (vom Boden bis zum Dach durchgehende Hölzer) und der Geschossbau (stockwerksweise errichtete Bauten). 

Das mutmaßlich älteste Fachwerkhaus in Mosbach, das Salzhaus, ist auf der Rückseite über mehrere Geschosse verzimmert, also ein Beispiel des Ständerbaus. Gegenüber dem Rathaus befindet sich das Palm'sche Haus aus dem Jahre 1610. Es gilt als eines der schönsten Fachwerkhäuser in Deutschland. Mit seinen verzierten dreistöckigen Erkern, dem feinen Schnitzwerk und den komplizierten Fachwerkmustern ist es ohne Zweifel ein Bauwerk von bedeutendem Rang und ein klassisches Beispiel für den hohen Stand der Zimmermannskunst der damaligen Zeit. Es lohnt sich, die verschiedenen Schnitzereien, von denen einige magische Bedeutung haben, und die Details der Holzkunst an der prachtvollen Fassade zu betrachten.

Rathaus

Das dreigeschossige Rathaus zu Mosbach am schönen Marktplatz wurde in den Jahren 1557 und 1558 auf den Resten der ehemaligen Cäcilienkirche (erstmals 1291 erwähnt) aufgebaut. Das Gotteshaus übergaben die pfälzischen Landesherren der Stadt zum Abbruch, da der katholische Gottesdienst verboten und der lutherische Gottesdienst in der Stiftskirche abgehalten wurde. Von der Kirche erhalten geblieben ist der untere Teil des Rathausturmes sowie die Stephanus-Laurentius-Glocke im Glockenstuhl. Der unverwechselbare Turm gilt als Wahrzeichen Mosbachs. In einem seiner Gewölberäume wird das Archiv der Stadt aufbewahrt, eines der reichhaltigsten Badens. Während die gewölbte Halle des Erdgeschosses früher für den Marktbetrieb genutzt wurde, diente und dient der große Bürgersaal in dem über eine Freitreppe erreichbaren Hauptgeschoss als Versammlungsort des Stadtrates.

Altes Hospital/Museum

Das alte Hospital, ein stattlicher Fachwerkbau aus dem 15. Jahrhundert, dient heute als Kulturzentrum mit Stadtbücherei, Volkshochschule und Stadtmuseum. Die vier Abteilungen des Museums beherbergen eine bedeutsame Fayencesammlung, Zunftfahnen, landwirtschaftliche Geräte und andere Schaustücke zur Mosbacher Stadtgeschichte. 

Stadtkirche/ehemalige Stiftskirche

Die heutige Stadtkirche und ehemalige Stiftskirche St. Juliana beherrscht den Marktplatz von Mosbach. Das gotische Bauwerk wird sowohl von Katholiken als auch Reformierten zur Feier ihrer Gottesdienste genutzt. Zu diesem Zweck trennt seit 1708 eine Scheidemauer den katholischen Chor (Julianakirche) von dem evangelischen Schiff.

Das gotische Gotteshaus wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts begonnen und im frühen 15. Jahrhundert fertiggestellt. Als erstes wurde der Chor errichtet. Etwa 50 Jahre später wurde die Kirche durch ein dreischiffiges Langhaus nach Westen erweitert. Bis zum Jahre 1708 trennte eine Lettneranlage den Chor, der den Stiftsherren vorbehalten war vom Langhaus, in dem sich die Laien versammelten. 1564 wurde nach der Einführung der Reformation das Julianastift aufgehoben. Fortan diente die Stiftskirche für längere Zeit als evangelisches Gotteshaus. 1708 wurde in Folge der Überweisung der Kirche an die beiden Konfessionen eine Trennmauer zwischen Chor und Langhaus eingezogen. 1732 wurden seitliche Eingangstüren für den Chor geschaffen.

Der Chor, also der katholische Teil der Stiftskirche, wird außen zu beiden Seiten von je einem viereckigen Turm flankiert. Er besteht aus vier kreuzgewölbten Jochen und einem fünfseitigen Abschluss. Sechs hohe zweiteilige Maßwerkfenster sowie das dreiteilige Fenster hinter dem Hochaltar sorgen für reichlich Lichtzufuhr. Der Hochaltar mit geschnitztem Kruzifix und die Seitenaltäre im Chor stammen aus dem Spätbarock (Mitte des 18. Jahrhunderts). An der Wand neben dem nördlichen Seitenaltar befindet sich auch die Grabplatte der Pfalzgräfin Johanna († 1444), der Gemahlin Otts I. von Mosbach-Pfalz mit einem Bronzerelief der Verstorbenen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Grabplatten adliger und geistlicher Persönlichkeiten zu sehen.

Vor der Zwischenwand erhebt sich im evangelischen Teil der Kirche eine zweigeschossige Orgelempore, die den früheren Lettner aus dem 15. Jahrhundert ersetzt. Die Wandmalereien im Schiff stammen aus dem Ende des 14. Jahrhunderts. Sie sollen der Belehrung der Laien über die Glaubenswahrheiten dienen, da jedem Apostel ein Satz des Glaubensbekenntnisses in deutscher Sprache beigegeben ist. An den Wänden sind auch mehrere mittelalterliche Grabsteine von Geistlichen und Wohltätern aufgestellt. Ein Kleinod ist die steinerne Kanzel, auf der ein Engel das Schweißtuch der Veronika hält und das pfälzische Wappen mit der Jahreszahl 1468 angebracht ist. 

Feste, Märkte und Bräuche

Schon im Mittelalter gab es in Mosbach gesellige Bräuche und verschiedene Märkte. Für das frühe 19. Jahrhundert sind wöchentlich ein Getreidemarkt und zwei Lebensmittelmärkte sowie jährlich ein Leintuchmarkt, zwei Gespinst- fünf Krämer-, und sechs Viehmärkte belegt. Noch heute haben in Mosbach viele Märkte und Feste ihren festen Platz im Veranstaltungskalender. 

Der Reigen der Feste wird am zweiten Maiwochenende mit dem Frühlingsfest eröffnet. Dann herrscht in der ganzen Innenstadt buntes Treiben. Zahlreiche Verkaufsstände säumen die Straßen und Plätze. Verschiedene Musikgruppen sorgen für Unterhaltung, und für das leibliche Wohl ist auch bestens gesorgt. 

Höhepunkt des Festjahres in Mosbach ist die 1986 ins Leben gerufene Veranstaltung "Mosbacher Sommer". Hier wird ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm geboten, dass von Theater bis zur Revue, von klassischen Konzerten bis zum Blues-Festival reicht. Auch für die Kleinen gibt es viele interessante Angebote. 

Beim Kurpfälzer Erntefest steht der Wein im Mittelpunkt. Bei einem guten Schoppen können die Besucher ein paar gemütliche Stunden auf dem Marktplatz verbringen. Darüber hinaus bieten verschiedene Kulturveranstalter und die vielen Vereine das ganze Jahr über ein abwechslungsreiches Freizeitangebot. Ein reiches Betätigungsfeld für Kulturinteressierte bietet auch das Kultur- und Tagungszentrum "Alte Mälzerei".

Anfang Januar versammeln sich jährlich der Bürgermeister und die Ratsherren von Mosbach im Bürgersaal im Rathaus zur so genannten Ratsherren-Weckfeier. Diese Gedenkfeier hat einen geschichtlichen Hintergrund. 1447 stiftete nämlich Pfalzgraf Otto I. aus Anlass des Todes seiner Gemahlin Johanna eine viermal im Jahr abgehaltene Seelenvesper, an der die Ratsherren verpflichtet waren teilzunehmen. Um zu überprüfen, dass die Ratsherren auch wirklich ihren Verpflichtungen nachkämen, erhielten sie beim Gang zum Messopfer einen Wecken. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Brauch in veränderter For wieder aufgenommen.

Ausflüge

Ein Netz von gut ausgeschilderten Wanderwegen führt zu nahe gelegenen Sehenswürdigkeiten. Von Mosbach aus lohnen einige Ausflüge in die nähere Umgebung, so z. B. in den "Märchenwald" Dallau, zum Schloss Binau (4 km westlich), zur Tropfsteinhöhle in Eberstadt oder zur 6 km entfernten Burg Hornberg bei Neckarzimmern

Außerdem verfügt die Region um Mosbach über ein ausgebautes Netz an Fahrradwanderwegen, auf denen sich abseits der lauten Verkehrsströme historische Sehenswürdigkeiten, darunter zahlreiche Burgen und Schlösser, und die Schönheiten der Landschaft erkunden lassen. Von der Touristikgemeinschaft Odenwald werden spezielle Routen für Tagestouren angeboten.

Neckarelz | Lohrbach

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

1.01 Mannheim an Rhein und Neckar
1.02 Kurfürstliches Schloss, Mannheimer Schloss
1.03 Rundgang durch das Mannheimer Schloss
1.04 Wasserturm, Jesuitenkirche, Luisenpark, Zeughaus mit Reißmuseum

1.05 Ilvesheim

1.06 Ladenburg

1.07 Edingen-Neckarhausen

1.08 Heidelberg
1.09 Heidelberger Schloss, Rundgang durch das Schloss

1.10 Neckargemünd
1.11 Bergfeste Dilsberg

1.12 Neckarsteinach – "Vierburgenstadt"
1.13 Hinterburg
1.14 Mittelburg, Vorderburg, Burg Schadeck

1.15 Hirschhorn – Perle im Neckartal
1.16 Burg Hirschhorn

1.17 Eberbach – Erlebnisstadt am Neckar
1.18 Burg Eberbach

1.19 Zwingenberg
1.20 Jagdschloss Zwingenburg

1.21 Neckargerach
1.22 Minneburg

1.23 Obrigheim
1.24 Schloss Neuburg

1.25 Mosbach
1.26 Neckarelz, Lohrbach

1.27 Neckarzimmern
1.28 Burg Hornberg

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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Stand: Thursday, 31. March 2016 - URL dieser Seite: http://burgen.strasse-online.de/1-mannhheim-neckarzimmern/1-25-mosbach/index.html