1.14 Mittelburg, Vorderburg, Burg Schadeck, bei Neckarsteinach
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Die Mittelburg

Wie der Name schon vermuten lässt, liegt die Mittelburg zwischen der Hinterburg und der Vorderburg. Der jüngere Bruder des Dichters Bligger II., Conrad I. (1165 bis 1184), erbaute diese zweite Anlage um 1165, da er keinen Anteil an der väterlichen Burg erbte. Sie ist von ihren Ausmaßen die größte der Neckarsteinacher Burgen. Nach dem Aussterben der Linie Conrads kam die Mittelburg im 14. Jahrhundert je zur Hälfte an die Bistümer Mainz und Worms. Wechselnde Lehensleute trugen wohl dazu bei, dass sie langsam verfiel. Die Landschaden, die um 1550 Eigentümer wurden, führten umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen durch und bauten die Anlage in ein Renaissanceschloss um.

1803 ging die Mittelburg an das Großherzogtum Hessen über, das sie seinerseits an die Freiherren von Warsberg-Dorth verkaufte. Diese ließen die Anlage in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder gotisieren und zu Wohnzwecken umbauen, wobei der viereckige, später veränderte Bergfried und Mauerteile in das rechteckige Wohngebäude mit einbezogen wurden. Die Nachfahren der Freiherren von Warsberg-Dorth bewohnen noch heute das Schloss.

Zur Neckarseite hin gibt es eine große Terrasse, die einen herrlichen Ausblick nach allen Seiten ermöglicht. Gut hergestellt ist die schon von außen schön wirkende Burgkapelle. In den Gartenanlagen findet man eine weitere Kapelle (Grabkapelle). Da die Mittelburg bewohnt ist, ist eine Besichtigung nur von außen bzw. im Bereich des Innenhofs möglich. Erreichbar ist die Mittelburg über einen knapp 1 km langen Aufstieg, der in der Stadtmitte von Neckarsteinach seinen Ausgangspunkt hat.

Die Vorderburg

Während dem älteren Sohn Bliggers II., Conrad II. (1174 - 1228), die Hinterburg von seinem Vater übertragen wurde, errichtete der jüngere Sohn, Ulrich I. (1174 bis 1208), um 1190 am Ende des Bergrückens eine dritte, die Vorderburg. Rund 100 Jahre später ging auch diese Burg in kirchlichen Besitz über, und zwar je zur Hälfte an die Bistümer Worms und Speyer. 1377 konnten die Landschaden jedoch den wormsichen und wiederum 100 Jahre später auch den speyerischen Teil zurückerwerben. Wenige Jahre nach dem Aussterben des Geschlechts der Landschaden im Jahre 1653 erhielten die Freiherren von Metternich die Vorderburg als Lehen von Worms und Speyer. Ende des 17. Jahrhunderts begann der Verfall der Vorderburg. 1803 kam sie an das Land Hessen. Heute wird sie wie auch die Mittelburg von der Familie Warsberg-Dorth bewohnt.

Die Vorderburg ist im ähnlichen Stile wie die Hinter- und Mittelburg erbaut, aber etwas kleiner. Die Stadtmauer wurde später an die Burg angebaut. Weitgehend original erhalten sind noch der mächtige, quadratische Bergfried mit den Überresten einer Kapelle und eines Verlieses sowie der dreigeschossige Palas. Die Ringmauer existiert nur noch in Form von Resten. Die Wohngebäude und Wirtschaftsgebäude im Burghof stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie wurden unter Verwendung alter Mauerreste errichtet.

Die Vorderburg kann wegen privater Nutzung nur von außen besichtigt werden. Zu ihr führt vom Zentrum Neckarsteinachs ein etwa 500 m langer Fußweg hinauf. Ende Juni feiert die katholische Kirchengemeinde von Neckarsteinach jährlich ihr Sommerfest im Park der Vorderburg.

Die Burg Schadeck, auch Schwalbennest genannt

Ulrich II. (1236 bis 1257), der älteste Sohn Ulrichs I., erhielt als Erbteil die Vorderburg. Sein Bruder, Bligger V., sah sich veranlasst, weiter neckaraufwärts wieder eine Burg zu bauen. Dies geschah um das Jahr 1230. Bligger V. war auch der erste, der den Namen Landschad trug, den seine Erben auch beibehielten. 1335 mussten die Landschaden Burg Schadeck an die Bistümer Mainz und Worms verkaufen. Zehn Jahre später war das Erzbistum Mainz Alleineigentümer. Ab 1427 waren dann die Landschaden erneut zum Teil und ab 1454 ganz im Besitz der Burg. Sie ließen die Schildmauer mit Ecktürmen und die Außenbefestigung verstärken. Im 17. Jahrhundert setzte unter den Freiherren von Metternich, die nach dem Aussterben der Landschaden im Jahre 1653 Burg Schadeck erworben hatten, der Verfall der Anlage ein. Seit 1803 ist Burg Schadeck im Besitz des Landes Hessen. 

Burg Schadeck hängt wie ein Vogelnest über dem steil zum Neckar hin abfallenden Bergmassiv. Im Volksmund wird sie daher auch "Schwalbennest" genannt. Sie ist die kleinste, aber auch interessanteste der vier Burgen von Neckarsteinach. Durch ihre Lage bedingt, hat sich ihr Bau wohl äußerst schwierig gestaltet. Um sie durch einen Halsgraben zur Bergseite hin zu sichern, musste ein Stück der Felswand herausgebrochen werden.

Für die Angriffsstrategien des Mittelalters galt Burg Schadeck aufgrund ihrer exponierten Lage über dem steil abfallenden roten Felsen als fast uneinnehmbar. Sie sperrte in früheren Zeiten, als der Neckar noch unmittelbar den Burgfelsen umspülte, das Tal vollständig ab. So konnten die Burgherren durch eine über den Neckar gespannte Kette die Schiffe anhalten und zu einem Wegezoll zwingen.

In den äußeren Burghof der Burg Schadeck gelangt man von der Rückseite. Ein zweites Tor führt in den inneren Burgraum. Statt eines Bergfrieds besitzt die Anlage zur Bergseite hin eine hohe Schildmauer, die den Angriffen vom Berg her trotzen sollte. Allein von dieser Seite aus war ein Angriff überhaupt möglich. Mit Hilfe von Leitern konnten sich die Bewohner dann bei drohender Gefahr auf den Wehrgang der Schildmauer zurückziehen. Umgeben ist dieser Bereich der Anlage zusätzlich von einem Halsgraben. Er stand mit dem wesentlich tiefer liegenden Palas durch eine steile Treppe in Verbindung, die vielleicht achtzig Stufen zählen mochte. Der Palas ist nur noch als Ruine erhalten und wird von Türmen überragt. Der achteckige Aufsatz des nördlichen Turms stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Burg Schadeck kann jederzeit und kostenlos besichtigt werden. Die Schildmauer, die einen weiten Überblick über das Neckartal gewährt, kann bestiegen werden. Zu erreichen ist Burg Schadeck über einen etwa 2 km langen Aufstieg von der Stadtmitte von Neckarsteinach aus.

Neckarsteinach | Die Hinterburg

Burgenstraße

 

 

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1.14 Mittelburg, Vorderburg, Burg Schadeck

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1.16 Burg Hirschhorn

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1.18 Burg Eberbach

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