1.17 Eberbach – Erlebnisstadt am Neckar
Wanderwege Odenwald Heidelberg Schloss Hirschhorn Stadtgründung Holzschiffbau Waldnutzung Waldgeschichte Mosbach Neckargerach Burgen Burgruine Burg Eberbach

Stadt und Umgebung

52 Städte und Gemeinden bilden die Trägerschaft des Naturparks Neckar-Odenwald, mit 130 000 Hektar Fläche eines der größten Naturparks in Deutschland. Die Verbindung von Naturschutz, Erholung und Erlebnis ist hier in verantwortungsvoller Weise gelungen. 

Im Herzen des Naturparks Neckar-Odenwald liegt die alte Stauferstadt und ehemalige Reichsstadt Eberbach, eine Stadt mit Tradition, in der nicht nur die historische Altstadt mit ihren mit ihren vier Ecktürmen der Stadtmauer, ihren Kirchen, schönen Brunnen, Fachwerkhäusern, dem Thalheim'schen Haus als ältestem Gebäude der Stadt Eberbach und verträumten Winkeln, sondern auch Gebräuche der Vergangenheit erhalten geblieben sind. Gleichzeitig präsentiert sie sich als ein moderner Fremdenverkehrsort mit einem vielfältigen Angebot an Freizeitaktivitäten. Darüber hinaus ist Eberbach auch Kurstadt. Die Heilkraft der Eberbacher Mineralquelle kannte man schon im Mittelalter. 

Eine Besonderheit in Eberbach sind die Sgraffito-Malereien, die man an mehreren Häusern bewundern kann. So erzählt beispielweise die Vorderfront des Hotels Karpfen die Geschichte der Stadt in 14 Bildern. Sgraffito- Malerei ist eine besondere Kratztechnik. In Eberbach befindet sich mit dem königlichen Hof und dem Bettendorf'schen Tor eines der ältesten, vollständig erhaltenen Fachwerkhäuser. Der königliche Hof stammt aus dem Jahre 1470. Er diente den jeweiligen Burgherren als städtisches Quartier.

Eberbach mit seinen Stadtteilen Brombach, Friedrichsdorf, Lindach, Pleutersbach, Rockenau, Igelsbach, Gaimühle, Unterdielbach und Badisch Schöllenbach zählt knapp 16 000 Einwohner und ist Sitz des Rhein-Neckar-Kreises. Von Eberbach führt eine Brücke über den Neckar zu den Stadtteilen am jenseitigen Ufer. Darüber hinaus verkehrt auch eine Fähre auf dem Neckar. 

Zur Geschichte

Die wenigen steinzeitliche Funde auf der Gemarkung Eberbach und dem umliegenden Gebiet geben kaum Aufschluss darüber, ob der Raum schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Zumindest kann man aber davon ausgehen, dass er von Menschen durchzogen wurde. Auch die Funde aus den ersten Jahrhunderten reichen zwar aus, die Anwesenheit der Römer und Franken im Raum Eberbach, aber nicht eine römische oder fränkische Siedlung nachzuweisen.

Der Name Eberbach tauchte erstmals im Jahre 1196 auf, und zwar in Verbindung mit dem ersten Burgherren Konrad. Der Name der Burg selbst erschien urkundlich erstmals zu Beginn des 13. Jahrhunderts als Besitz des Bistums Worms. Das Jahr der Belehnung König Heinrichs VII. mit der Burg (1227) wird gemeinhin auch als Gründungsjahr der Stadt Eberbach angesehen. Im Jahre 1231 ist die Anwesenheit des Königs in der Stadt bezeugt.

Gleich in den ersten Jahren ihres Bestehens wurde Eberbach befestigt. Bereits 1235 wurde sie unmittelbare Reichsstadt und genoss von da an alle Vorteile eines königlich privilegierten Platzes. Eberbach war im 13. Jahrhundert zugleich Verwaltungszentrum von Reichsgut, Aufenthaltsort und Pfalz des staufischen Königs, Sitz seiner Burg- und Dienstmannen und damit eng an den Stadtherrn und seine Beamten gebunden.

Den Status der Reichsstadt verlor Eberbach schon wieder im Jahre 1297 durch Verpfändung an Graf Eberhard von Katzenelnbogen. Danach wechselten mehrfach die Herrschaftsverhältnisse, bis die Stadt 1330 an die Kurpfalz kam. Den Pfalzgrafen wurde 1361 auch das Patronatsrecht übertragen. Von 1363 setzten sie auch den Vogt ein. Trotzdem das Reich Eberbach noch lange als Pfand besaß, wurde dieses niemals mehr ausgelöst. So konnte Eberbach nicht den Aufschwung nehmen wie andere freie Städte der Umgebung, z. B. Bad Wimpfen.

Im Jahre 1556 wurde in Eberbach die Reformation eingeführt, und zwar zunächst in Form des lutherischen und später des reformierten Bekenntnisses. Auch die Rekatholisierung Ende des 17. Jahrhunderts änderte nichts daran, dass die Stadt mehrheitlich protestantisch blieb. Die Protestanten erhielten die Stadtkirche und die Katholiken die Friedhofskirche als Pfarrkirche.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) litt Eberbach unter Einquartierungen, Plünderungen und einer schweren Abgabenlast. Die städtische Bausubstanz blieb dagegen weitgehend unbeschädigt. Auch in die weiteren Kriege des 17. Jahrhunderts (Erbfolgekriege, Siebenjähriger Krieg) und die französischen Revolutionskriege Ende des 18. Jahrhunderts war Eberbach hineingezogen. Dies führte zur Verarmung der Bevölkerung, so dass viele Einwohner von Eberbach ihr Heil in der Auswanderung suchten. Auch das weitgehende Fehlen von Barock- und Rokokogebäuden ist mit der damaligen Armut der Stadt zu erklären.

Im Zuge der Neuordnung der Herrschaftsverhältnisse unter Napoleon kam Eberbach zunächst zum Fürstentum Leiningen, bevor es 1806 schließlich dem Großherzogtum Baden zugeordnet wurde. Im 19. Jahrhundert setzte in Eberbach eine wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung ein. Von Bedeutung für die Stadt waren dabei vor allem der Bau der Neckartalstraße 1849, die Inbetriebnahme der Bahnlinie 1879, die Eröffnung der Kettenschifffahrt auf dem Neckar, die Fertigstellung der Neckarbrücke 1900 und die Einrichtung staatlicher Behörden. Der Anschluss Eberbachs an das überörtliche Verkehrsnetz bewirkte nicht nur einen bedeutenden Aufschwung für Industrie und Handel, sondern schuf auch die Grundlagen für den Fremdenverkehr.

Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Neckarbrücke gesprengt und ein Teil der Altstadt von Eberbach durch Fliegerbomben zerstört. Doch bereits im Mai 1946 war die Brücke bei Eberbach als erste am ganzen Neckar wiederhergestellt.

Sehenswertes

Burgruine Burg Eberbach

Stadtbefestigung

Die ehemalige Stadtmauer, die zum Teil noch begehbar ist, ist am Neckarufer und entlang der Weidenstraße am besten erhalten. Ihren Verlauf erkennt man an der Position der vier Stadttürme: Pulverturm (13. Jahrhundert) am Nordwestende, Blauer Hut (14. Jahrhundert) an der Neckarfront, Haspelturm (14. Jahrhundert) am Lindenplatz und Rosenturm (13. Jahrhundert, einziger Rundturm) an der Weidenstraße. Pulverturm mit Turmstube und alter Turmuhr sowie Haspelturm, in dem es ein Zinnfigurenkabinett gibt, sind zugänglich. Das Zinnfigurenkabinett hat sich auf die Darstellung historischer Ereignisse in Form von Dioramen spezialisiert. Der geschichtliche Bogen spannt sich von der Saurier-Zeit über Steinzeit und Frühgeschichte bis zur Neuzeit.

Michaelskirche

Die Dächer von Eberbach werden von der evangelischen Pfarrkirche überragt. Ab 1836 wurde sie anstelle einer im Jahre 1426 gegründeten Michaelskapelle errichtet, an die ein Stein mit kurpfälzischem Wappen und der erwähnten Jahreszahl in der Portalhalle erinnert. Am 16. Mai 1841 konnte das neue Gotteshaus eingeweiht werden.

Die evangelische Pfarrkirche ist eine flachgedeckte Hallenkirche mit Emporen über den Seitenschiffen. Äußerlich ist sie bis heute nahezu unverändert geblieben. Innen erfuhr sie allerdings mehrere Veränderungen. So wurde z. B. zwischen 1887 und 1889 der Fürstenstuhl gegenüber dem Altar abgetragen und dort die Orgel aufgestellt. Über dem Altar wurde ein Chorfenster eingebaut. Wände und Decken wurden mit Ornamenten bemalt.

Das schmuckvollste Ausstattungsstück ist ein großes Holzkreuz, dessen optische Wirkung durch indirekte Beleuchtung noch gesteigert wird. Ein neues Mosaikfenster im Chor zeigt das Lamm Gottes, umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten. Der ursprünglich vor dem Altar aufgestellte Taufstein befindet sich seit 1974 im linken Seitenschiff.

Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk

Seit wann die älteste Kirche in Eberbach existierte, ist nicht bekannt. Die alte Friedhofskirche wurde jedoch 1488 umgebaut bzw. neu erbaut. Von diesem spätgotischen Bauwerk ging lediglich der Turm in den Neubau von 1780 ein. Der Barockbau musste zwischen 1884 und 1887 wegen des Anwachsens des katholischen Bevölkerungsanteils und wegen zunehmender Gebäudeschäden ebenfalls einer neuen, dem heutigen Gotteshaus Platz machen. Kurz nach Abschluss der Innenmalereien konnte die neue Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk 1894 eingeweiht werden. Bis 1970 war die Geschichte des Kirchenbaus von zahlreichen Schäden, Reparaturen und Stützungsmaßnahmen geprägt. Zwischenzeitlich erwog man sogar einen Abriss.

Die im italienischen Renaissancestil erbaute dreischiffige katholische Pfarrkirche gilt als Wahrzeichen von Eberbach. Sie beherrscht mit ihren zwei Türmen und aufgrund ihrer Lage das Stadtbild. Interessant ist die Gliederung der Fassade. Die Figuren der vier Evangelisten über dem Portal und des Drachentöters St. Michael auf dem Fassadengiebel stammen von dem bekannten Bildhauer Julius Seitz.

Der Innenraum der Kirche wird von Tonnengewölben überspannt. Nach umfassenden Renovierungsmaßnahmen in den Jahren 1950 und 1970 wurde das Gotteshaus mit Bildhauer- und Bronzearbeiten von Hermann Koziol und Chorfenstern von Valentin Feuerstein künstlerisch ausgestaltet. Besonders sehenswert sind der schmuckvoll gestaltete Tabernakel und die originelle Taufkapelle. Die Orgel aus dem Jahre 1964 zählt mit ihren 56 Registern zu den größten Kirchenorgeln im nördlichen Baden.

Thalheim'sches Haus

Das Gebäude beim Pulverturm ist eines der ältesten Häuser in Eberbach und stammt aus dem Jahre 1390. Zunächst diente es als Vogtei, später als kurpfälzische Amtskellerei. In ihm ist das Informationszentrum zum Naturpark Neckar-Odenwald untergebracht. Auf dem Vorplatz befindet sich der Kurpfalzbrunnen. Der dargestellte Löwe erinnert an die Zeit, als Eberbach noch zur Pfalz gehörte.
Öffnungszeiten: von Mai bis Oktober mittwochs, donnerstags und freitags 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, samstags 14 bis 17 Uhr und sonntags 12 bis 17 Uhr; von November bis April nur mittwochs, donnerstags und freitags 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr. Darüber hinaus sind Besichtigungen auch nach telefonischer Vereinbarung möglich.

Altes Badhaus

In der "Badestube" befindet sich ein spätgotisches dreischiffiges Kreuzgratgewölbe, das auf acht wuchtigen Sandsteinsäulen ruht. Sehenswert ist auch der ehemalige Feuerraum in der Mitte des Gewölbes. Das vom Ende des 15. Jahrhunderts stammende Gebäude ist das besterhaltene öffentliche Badehaus in Baden-Württemberg. Heute beherbergt es ein Hotel.

Museum der Stadt Eberbach

Im Museum der Stadt am Alten Markt wird die Geschichte der Stadt, ihrer Bewohner und der umliegenden Landschaft anschaulich dargestellt. Unter den Schwerpunkten "Der Neckar als Lebens- und Verkehrsader", "Wald und Mensch – Mensch und Natur", "Geologie und Landschaft, Nutzung des Gesteins" erfährt der Zuschauer vieles über Neckarschifffahrt von den Anfängen bis heute, Holzschiffbau, Flößerei, Fischfang und alte Berufe, Waldgeschichte, historische Formen der Waldnutzung, das Reifschneiderhandwerk, Bäume, Pflanzen und Tiere des Waldes, die Geologie des Bundsandsteins, Arbeit im Steinbruch, Beruf der Steinhauer und Steinmetze. In gesonderten Abteilungen kann man sich informieren über Vor- und Frühgeschichte, die Eberbacher Burgen, Stadtgründung und Stadtgeschichte, Handel und Gewerbe, bürgerliches Wohnen sowie Malerei in und um Eberbach.
Öffnungszeiten: Sa und So 14 bis 17 Uhr, Di und Fr 15 bis 17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung

Küfereimuseum

Im Küfereimuseum sind alle Arbeitsvorgänge bis zum fertigen Fass nachvollziehbar. Man findet hier eine komplett eingerichtete Werkstatt und eine Obstkellerei. Die einzige Maschine ist eine inzwischen über hundert Jahre alte, noch betriebsfähige Bandsäge. Außerdem steht in dem Museum ein handwerkliches Meisterstück: der "Eberbacher Weinbrunnen". 
Öffnungszeiten: Di, Fr, Sa und So 14 bis 17 Uhr (1. Mai bis Ende September) oder nach nach telefonischer Vereinbarung.

Stadtwald

Der Eberbacher Stadtwald hat zwei Besonderheiten zu bieten. Etwa 200 Meter oberhalb des Baugebiets Steige befindet sich in einer Sandsteinmulde ein Baumbestand, der sich durch besondere Wuchskraft auszeichnet, darunter eine Douglasie, die mit 60 Metern als höchster Baum Deutschlands gilt. 
Im Naherholungsgebiet Holdergrund gibt es neben einem Vogellehrpfad auch einen Rotwildlehrpfad, eine einmalige Einrichtung in Deutschland. Anhand von Informationstafeln und praktischen Beispielen wird der Besucher mit dem Leben und der Lebensweise des Rotwildes vertraut gemacht. Aber auch über die Probleme, die sich für den Wald aus einem erhöhten Rotwildbestand ergeben, wird aufgeklärt.

Freizeitangebote

Stadtrundgänge bzw. Spaziergänge werden samstags und sonntags unter Führung angeboten. An einigen Sonntagen (von Mai bis Oktober) besteht auch die Möglichkeit von Kutschfahrten durch die historische Altstadt. Wer sich sportlich betätigen möchte, findet in Eberbach vielerlei Angebote: Schwimmbäder, Sportanlagen, Tennisplätze, Reithöfe, Aktivwanderwege oder die Möglichkeit mit einem Treckingrad bergauf und bergab zu fahren. Zahlreiche natürliche Wanderwege am und über dem Neckar laden zur Erholung und Erkundung der Landschaft und Umgebung der Stadt Eberbach ein. 

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

1.01 Mannheim an Rhein und Neckar
1.02 Kurfürstliches Schloss, Mannheimer Schloss
1.03 Rundgang durch das Mannheimer Schloss
1.04 Wasserturm, Jesuitenkirche, Luisenpark, Zeughaus mit Reißmuseum

1.05 Ilvesheim

1.06 Ladenburg

1.07 Edingen-Neckarhausen

1.08 Heidelberg
1.09 Heidelberger Schloss, Rundgang durch das Schloss

1.10 Neckargemünd
1.11 Bergfeste Dilsberg

1.12 Neckarsteinach – "Vierburgenstadt"
1.13 Hinterburg
1.14 Mittelburg, Vorderburg, Burg Schadeck

1.15 Hirschhorn – Perle im Neckartal
1.16 Burg Hirschhorn

1.17 Eberbach – Erlebnisstadt am Neckar
1.18 Burg Eberbach

1.19 Zwingenberg
1.20 Jagdschloss Zwingenburg

1.21 Neckargerach
1.22 Minneburg

1.23 Obrigheim
1.24 Schloss Neuburg

1.25 Mosbach
1.26 Neckarelz, Lohrbach

1.27 Neckarzimmern
1.28 Burg Hornberg

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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Stand: Thursday, 31. March 2016 - URL dieser Seite: http://burgen.strasse-online.de/1-mannhheim-neckarzimmern/1-17-eberbach/index.html