1.12 Neckarsteinach – "Vierburgenstadt"
Neckar Schifffahrt Darsberg Grein Warsberg Familie Steinach Heidelberg Neckar-Steinach Schildmauer Schloss Hinterburg Mittelburg Vorderburg Burg Schadeck Bergfeste Dilsberg

Die Stadt

Neckarsteinach liegt als südlichste Stadt von Hessen an einem der schönsten Teile des Neckartals, umgeben von vier Burgen, die sich wie ein Kranz um die Neckarschleife erheben, und der Bergfeste Dilsberg auf der anderen Flussseite, einem in Deutschland einmaligem Burgenensemble. Mit seinen Stadtteilen Darsberg, Grein und Neckarhausen zählt der Ort heute etwa 4000 Einwohner. Er ist etwa 15 km in östlicher Richtung von Heidelberg entfernt. Verwaltungsmäßig gehört er zum Landkreis Bergstraße mit Sitz in Heppenheim.

Neckarsteinach hat seinen Namen von einem kleinen Bach aus dem Odenwald, der bei der Stadt in den Neckar mündet. Im Stadtwappen führt Neckarsteinach eine Harfe. Sie erinnert an Bligger II. (1152 bis 1210), einen herausragenden Vertreter des früheren Neckarsteinacher Adels und einen begnadeten Dichter und Minnesänger. Von ihm sind noch drei Gedichte in der Heidelberger Liederhandschrift vorhanden.

Die romantische Atmosphäre des Städtchens, die Nachbarschaft zu Heidelberg, ein dichtes Netz an Wanderwegen und nicht zuletzt die Burgen und Ruinen locken jedes Jahr viele Besucher nach Neckarsteinach. Verwinkelte Gässchen, gepflegte Fachwerkhäuser, eine spätgotische Kirche und Reste der Stadtmauer erinnern an eine reichhaltige Geschichte. Die vier Burgen heißen von Ost nach West: Vorderburg, Mittelburg, Hinterburg und Burg Schadeck, im Volksmund auch „Schwalbennest“ genannt. Eine besondere Attraktion ist die mehrmals im Jahr stattfindende Vier-Burgen-Beleuchtung mit großem Feuerwerk im Rahmen der Veranstaltung "Neckarsteinacher Burgensommer".

Der Neckar ist eine vielbefahrene Wasserstraße. Bei Neckarsteinach gibt es eine Staustufe, durch die jährlich etwa 19 000 Schiffe geschleust werden. Eine 5 km lange Uferpromenade, ohne Autoverkehr, mit Stadtgarten und bewirtschafteten Terrassen lädt Einheimische und Besucher von Neckarsteinach zu Muße und Spaziergängen ein. Erholung findet man auch bei Wanderungen in die waldreiche, bergige Umgebung.

Zur Geschichte

Die ältesten Spuren einer Besiedlung des Bereichs Neckarsteinach reichen bis in die Zeit der Urnenfelderkultur (1250 bis 850 v. Chr.) zurück.

Zwischen dem frühen 12. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbauten die Herren von Steinach und die Landschaden als deren Nachfolger ihre Burgen am Neckar. Die Errichtung der Burgen war die Grundlage für die Ortsgründung. Urkundlich erwähnt wurde Neckarsteinach erstmals im Jahre 1142. Die Urkunde hatte die Schenkung der Güter zum Inhalt, die Bligger I. für die Gründung des Zisterzienserklosters Schönau im Steinbachtal zur Verfügung gestellt hatte. 1377 erhielt Neckarsteinach die Stadtrechte.

Die Nachfolger der Edelfreien waren die Landschaden von Steinach, die ab 1286 diesen Namen trugen. Die Herkunft dieses etwas merkwürdigen Namens ist bis heute nicht schlüssig geklärt. Die Landschaden waren auch die Bauherren der Stadtmauer und der 1483 errichteten Kirche. Steintafeln und Grabmale des Geschlechts sind darin aufgestellt. Gegen den Willen der Bischöfe von Worms wurde 1527 in Neckarsteinach die Reformation eingeführt. Das Geschlecht der Landschaden starb 1653 aus. Burgen und Stadt fielen an die Bistümer Worms, Mainz und Speyer zurück. 1657 wurde Neckarsteinach Wolf Heinrich von Metternich als Lehen zuerkannt. 1690 ging der Besitz an eine andere Linie der Metternichs über. Nach deren Aussterben wurde die Herrschaft Neckarsteinach von den Bistümern nicht weiter als lehen vergeben.

Unter Napoleon wurden die Herrschafts- und Besitzverhältnisse grundlegend neu geordnet. Die Tatsache, dass in Neckarsteinach drei Bistümer Besitztümer hatten, führte zu einer besonderen Lösung. Die Besitztümer der Bistümer Mainz und Worms wurden dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt und die des Bistums Speyer dem Großherzogtum Baden zugeteilt. Neckarsteinach selbst wurde Sitz eines hessischen Amtes.

In den vergangenen Jahrhunderten lebte die Bevölkerung hauptsächlich von der Waldwirtschaft, dem Sandsteingeschäft, der Flößerei und der Schifffahrt, die bis weit ins 20. Jahrhundert das herausragende Gewerbe darstellte. Zeitweise waren bis zu 48 Schiffseigner in Neckarsteinach ansässig.

Sehenswertes

Die Hinterburg | Die Mittelburg | Die Vorderburg | Die Burg Schadeck

Burgruine Hundheim im Stadtteil Neckarhausen

Auf einem steilen Felssporn oberhalb des Neckarsteinacher Stadtteils Neckarhausen liegen zwischen der Stadt Neckarsteinach und Hirschhorn die Überreste einer frühmittelalterlichen Burganlage, die erst in neuerer Zeit den Namen Hundheim erhalten hat. Bekannt sind weder die Erbauer noch die genaue Erbauungszeit. Man vermutet aber, dass die Burg ursprünglich den Herren von Steinach gehörte, von denen sie später käuflich an das Bistum Worms überging. Um 1150 befand sie sich im Besitz des vom Bistum Worms gegründeten Zisterzienserklosters Schönau. Über die Zerstörung oder den Verfall der Burg liegen ebenfalls keine Quellen vor. Wahrscheinlich verlor sie aber bereits ihre Bedetung schon im 12. Jahrhundert als Eigentum des Klosters. 1803 wurde die Gemarkung, auf der die Burg stand, eine badische Enklave, bevor sie 1903 an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt kam.

Evangelische Pfarrkirche

Bereits im Jahre 1142 wurde in Neckarsteinach eine Kirche erwähnt. an ihrer Stelle wurde im 15. Jahrhundert das heutige spätgotische Gotteshaus erbaut. 1483 wurde es vollendet. Mit der Einführung der Reformation in Neckarsteinach im Jahre 1527 wurde die Kirche evangelisch. Von 1622 bis zur Fertigstellung der katholischen Pfarrkirche im Jahre 1908 diente sie beiden Konfessionen als Simultankirche.

Die evangelische Pfarrkirche erhebt sich am Hang des Burgbergs. Einige Steinkreuze aus dem 17. und 18. Jahrhundert erinnern noch an den damaligen Friedhof, der die Kirche umgab. An das einschiffige Langhaus, das im 18. Jahrhundert nach Westen erweitert wurde, schließt sich ein rechteckiger Chor an. Über dem Chor erhebt sich ein stattlicher Kirchturm. Die Seitenwände des Schiffs und des Chors werden von hohen, spitzbogigen Maßwerkfenstern durchbrochen.

Der Chorraum wird von einem Netzgewölbe überspannt. Das Schiff hingegen hat eine moderne Holzdecke. Sehenswert ist die geschnitzte Kanzel am Chorbogen mit frühbarocken Motiven aus dem Jahre 1682. Beachtung verdienen auch die Epitaphien aus dem 14. bis 19. Jahrhundert, die das Gedächtnis an die Landschaden von Steinach sowie angesehene Bürger der Stadt wachhalten. Hervorzuheben ist ein Grabdenkmal, das sich an der Südwand befindet. Dort ist ein Ritter zu sehen, der beide Hände auf das vor ihm liegende Schwert gelegt hat. Zu seinen Füßen sitzt der treue Hund. Es erinnert an Ulrich von Landschad († 1369), der ein kühner Mann gewesen sein soll.

Katholische Pfarrkirche

Die katholische Pfarrkirche wurde 1908 gegenüber der evangelischen Kirche und dem Schönauer Hof im neubarocken Stil erbaut. Die westliche Schauseite wird von einem mächtigen Volutengiebel bekrönt. in der Nische über dem von Säulen flankierten Portal erkennt man eine Herz-Jesu-Statue. Der sich an das Langhaus anschließende Ostchor durchbricht die ehemalige Stadtmauer

Die Ausstattung der Kirche enstammt überwiegend der Barockzeit, so auch der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre (Marienaltar und Josefsaltar). Über dem Tabernakel des Hochaltars ist eine Figur des hl. Stephanus zu sehen, zu dessen Seiten man die Apostelfürsten Petrus und Paulus erkennt. Das von Säulen getragene Gebälk ziert eine Darstellung der Dreifaltigkeit. Erwähnung verdient auch eine schwere Leuchtergarnitur von sechs Leuchtern aus Zinn.

Ehemaliges Fährhäuschen

Das alte Fährhäuschen am Neckar stellt ein nettes Denkmal aus der Zeit vor dem Brückenbau dar. Erbaut wurde es 1904. In der Mitte der dem Neckar zugewandten Hausfront erhebt sich ein Kamin. Rechts davon führt eine fünfstufige Treppe zur rundbogigen Eingangstür. Den oberen Abschluss bildet ein Zeltdach.

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

1.01 Mannheim an Rhein und Neckar
1.02 Kurfürstliches Schloss, Mannheimer Schloss
1.03 Rundgang durch das Mannheimer Schloss
1.04 Wasserturm, Jesuitenkirche, Luisenpark, Zeughaus mit Reißmuseum

1.05 Ilvesheim

1.06 Ladenburg

1.07 Edingen-Neckarhausen

1.08 Heidelberg
1.09 Heidelberger Schloss, Rundgang durch das Schloss

1.10 Neckargemünd
1.11 Bergfeste Dilsberg

1.12 Neckarsteinach – "Vierburgenstadt"
1.13 Hinterburg
1.14 Mittelburg, Vorderburg, Burg Schadeck

1.15 Hirschhorn – Perle im Neckartal
1.16 Burg Hirschhorn

1.17 Eberbach – Erlebnisstadt am Neckar
1.18 Burg Eberbach

1.19 Zwingenberg
1.20 Jagdschloss Zwingenburg

1.21 Neckargerach
1.22 Minneburg

1.23 Obrigheim
1.24 Schloss Neuburg

1.25 Mosbach
1.26 Neckarelz, Lohrbach

1.27 Neckarzimmern
1.28 Burg Hornberg

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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