1.26 Neckarelz, Lohrbach
Stadt Mosbach an der Elz   Wasserschloss Lohrbach Märchenwald Dallau Keramik Markt Fachwerkhaus Konstruktion Glockenstuhl, Tropfsteinhöhle Eberstadt, Baustile Baden-Württemberg

Neckarelz

Seit 1975 ist Neckarelz ein Stadtteil von Mosbach, dem Sitz des Kreises Neckar-Odenwald. Der Ort liegt ca. 3 km von der Stadtmitte entfernt an der Mündung der Elz in den Neckar. Von diesen beiden Flüssen hat er auch seinen Namen erhalten. Von Bedeutung für die Kreisstadt ist er unter anderem, weil sich hier der Hauptbahnhof Mosbach befindet. Das wohl schönste Fachwerkhaus in Neckarelz ist die Alte Posthalterei gegenüber dem Marktplatz. Heute beherbergt das Haus einen Gasthof.

Neckarelz führt im Ortswappen seit jeher einen Fisch. Warum dies so ist, ist schwer zu sagen. Die Vermutung, dass es sich bei Neckarelz ursprünglich um ein Fischerdorf handelte, ist nicht zu belegen. Die Fischerei spielte in der Geschichte des Ortes – soweit man es Urkunden und Akten entnehmen kann – nur eine untergeordnete Rolle. Der Fisch ist in der unteren Hälfte des Wappens auf rotem Grund zu sehen. Die weiß-blauen Rauten in der oberen Hälfte weisen auf die kurpfälzische Vergangenheit des Ortes hin.

Zur Geschichte

Neckarelz war schon in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. So fand man beispielsweise mit einem Flachgrab, das beim Bau des alten Bahnhofs 1863 ausgegraben wurde, ein Zeugnis aus keltischer Zeit (ca. 500 v. Chr.). In dem Grab befanden sich als Beigaben verschiedene Schmuckgegenstände wie ein Bronzering, ein Armring und ein Halsband. Auf die Anwesenheit von Kelten weist auch die älteste Namensbezeichnung von Neckarelz hin. Im "Codex Laureshamensis" des Klosters Lorsch wurde der Ort zum ersten Mal mit "Alantia" aufgeführt. Diese Bezeichnung setzt sich aus keltischen Wortteilen und einem gotischen Wortteil zusammen und heißt übersetzt etwa "Wohnstätte an einem von Erlen bestandenen Grenzbach".

Der interessanteste Fund in Nekarelz aus der Römerzeit ist ein Wochengötteraltar mit gut erhaltenen Reliefbildern der Götter Saturn, Sol, Luna, Mars, Merkur, Jupiter und Venus. zwischen Neckarelz und Neckarzimmern befand sich eine größere römische Niederlassung. Die Alemannen und Franken hinterließen Spuren ihrer Anwesenheit in Form eines Reihengräberfeldes, das man an der Bundesstraße 27 in Richtung Heilbronn ausgegraben hat. Die Fundstücke – menschliche Knochenreste und Beigaben wie Tongefäße, Schmuck und Waffen – sind im Landesmuseum Karlsruhe zu sehen.

Fassbar wird die Geschichte von Neckarelz mit der ersten schriftlichen Erwähnung im Jahre 976 im Urkundenbuch des Klosters Lorsch. Damals wurde der Ort zusammen mit der Abtei Mosbach dem Domstift Worms verliehen. Bis ins 14. Jahrhundert sah Neckarelz verschiedene Besitzer. 1377 gelangte der Ort durch Verkauf an Ruprecht von der Pfalz. Ab 1499 gehörte er ganz zur Kurpfalz, wo er auch bis zu deren Auflösung blieb. Nach dreijähriger Zugehörigkeit zum Fürstentum Leiningen ab 1803 kam Neckarelz 1806 schließlich zum Großherzogtum Baden. Im 19. Jahrhundert war der Bau der Odenwaldbahn und der damit verbundene Anschluss an das überörtliche Eisenbahnverkehrsnetz für Neckarelz von größerer Bedeutung.

Sehenswertes

Tempelhaus

Unweit der Mündung der Elz in den Neckar erhebt sich ein hoher Bau, dem die Volkstradition den Namen Tempelhaus gegeben hat. Er gilt als das Wahrzeichen von Neckarelz und ist nicht nur das älteste Gebäude des Ortes, sondern auch eines der ältesten in Deutschland.

Bis heute sind sich die Forscher  nicht darüber einig, ob das Tempelhaus in seinen Anfängen sogar bis in die Römerzeit zurückreicht. Für diese Annahme spricht der Fund des römischen Wochengötteraltars. Dagegen spricht die Tatsache, dass das Tempelhaus im Hochwassergebiet von Neckar und Elz steht und die Römer eigentlich nie ihre Gebäude in einem solchen Bereich erbauten. Wie dem auch sei, das Tempelhaus ist jedenfalls wesentlich älter als seine erste urkundliche Erwähnung im Jahre 976.

Im frühen Mittelalter war das Tempelhaus eine staufische Reichsburg, die Kaiser Friedrich Barbarossa seinem Sohn zur Verlobung schenkte. Zwischen 1300 und 1350 war es im Besitz des Johanniterordens. Seit 1707 bis zum heutigen Tag ist es eine katholische Kirche. Sonst ist über die Geschichte des Tempelhauses nur sehr wenig bekannt.

Das Tempelhaus, das sowohl Burg- als auch Kirchencharakter hat, weist verschiedene Baustile auf. Barocke Holzfiguren sind neben gotischen Maßwerkfenstern, mittelalterlichen Schlitzfenstern und Schießscharten zu sehen. Hoch aufragend macht es mit seinem polygonalen Chorabschluss und dem kleinen Glockenturm an der Südwestecke einen kirchlichen Eindruck. Andererseits verleihen der turmartige Aufbau und die Umschließung mit Mauer und Wassergraben dem Gebäude das Aussehen einer Wehranlage.

Im Burggraben befindet sich vor der südlichen Längsfront ein geräumiger Vorhof, der heute gelegentlich für ökumenische Gottesdienste und andere Veranstaltungen genutzt wird. Das Untergeschoss des Tempelhauses bildet ein tonnengewölbter Kellerraum, der nur von kleinen, schlitzartigen Fenstern erhellt wird. Darüber erhebt sich das Hauptgeschoss, dessen Fußboden etwa einen Meter höher als das Niveau des Vorhofes liegt und von dort nur über Treppenstufen zu erreichen ist.

Das Schiff wird im Innern von einer Holzbogendecke überspannt. Die Form der Fenster in diesem Bereich und die geringe Weite des Triumphbogens legen die Vermutung nahe, dass dieser Teil früher gar keinen kirchlichen Zwecken gedient hat, sondern nur der Chor hierfür in Anspruch genommen wurde. Der Emporeneinbau für die Orgel stammt aus jüngerer Zeit. Den Glanzpunkt des Innenraumes stellt der von einem Kreuzgewölbe überdeckten und von fünf zweigeteilten Maßwerkfenstern erhellten Chor dar. Die beiden Chorfenstern an der Südseite mussten wegen des Anbaus einer Sakristei umgeändert werden.

Das bedeutendste Kunstdenkmal des Tempelhauses ist eine Grabplatte an der nördlichen Schiffswand, der so genannte Conradusstein. Benannt ist er nach dem 1302 verstorbenen Johanniterbruder und "Gründer" des Hauses Conradus. An die Zeit der Johanniter erinnern auch die Wappenschilder, die bei der Restaurierung der Kirche in den Jahren 1963 bis 1965 zum Vorschein kamen.

Einer Sage nach soll von dem Tempelhaus in Neckarelz früher ein unterirdischer Gang zu der auf der anderen Neckarseite und auf einem Berg liegende Schloss Neuburg bei Obrigheim geführt haben.

Martinskirche

Die Martinskirche zu Neckarelz dient heute als evangelische Pfarrkirche. Sie wurde laut Inschrift im Jahre 1773 erbaut. Dabei wurde der dreigeschossige Turm und die daran anstoßende Sakristei der älteren gotischen Kirche aus dem Jahre 1371 in den Neubau integriert, wobei die Kirche aus dem 14. Jahrhundert bereits einen Vorgängerbau hatte. Darauf deutet auch das alte Patrozinium des hl. Martin hin.

Geschichtslehrpfad "Goldfischpfad"

Bei Neckarelz wurde im Zweiten Weltkrieg ein Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof eingerichtet. Die rund 5000 Häftlinge wurden zum Bau einer modernen Rüstungsfabrik in einem Gipsstollen bei Obrigheim gezwungen. Ein Geschichtslehrpfad erschließt in 10 Stationen die oberirdischen Reste der Fabrik. In der Grundschule in Neckarelz erinnert eine KZ-Gedenkstätte an die dunkle Seite der Ortsgeschichte.

Lohrbach

Seit 1972 ist Lohrbach ein Stadtteil von Mosbach, dem Sitz des Kreises Neckar-Odenwald. Der Ort liegt ca. 4 km von der Stadtmitte entfernt auf der so genannten "Lohrbacher Vorstufe" des südlichen Odenwaldes. Trotz seiner Zugehörigkeit zu einer Kreisstadt hat der Ort seinen ländlichen Charakter bewahrt.

In Lohrbach gibt es entlang des historischen Rundwegs einige Sehenswürdigkeiten. Das dortige Wasserschloss ist eines der größten Anlagen dieser Art in Baden-Württemberg. Im Chorturm der evangelischen Kirche sind Fresken aus dem Hochmittelalter zu sehen. Außerdem gehört die Heimatstube im Gehöft "Tannenhof" mit einer Privatsammlung zum historischen Rundweg. In unmittelbarer Nähe zu Lohrbach gibt es auch einen Flugplatz, auf dem Freunde des Flugsports herzlich willkommen sind.

Wasserschloss

Das Wasserschloss von Lohrbach liegt am Ortsrand in ruhiger Lage. Umgeben ist die Anlage von einer reizvollen und abwechslungsreichen Landschaft. Auf dem Gelände, auf dem sich das heutige Wasserschloss befindet, stand als Vorgängerbau eine im 13. Jahrhundert errichtete Burg. Diese wurde im 16. Jahrhundert unter Kurfürst Friedrich III. durch eine Renaissanceanlage ersetzt. Als nach dem Ende der Kurpfalz das Schloss im 19. Jahrhundert an das Haus Leiningen-Billigheim kam, wurde es zu einem landwirtschaftlichen Gut mit mehreren Wirtschaftsgebäuden ausgebaut. Heute besteht das Schloss aus mehreren Eigentumswohnungen und Mehrzweckräumen.

Lohrbacher Heimatstuben "Tannenhof"

Etwa 1 km nördlich von Lohrbach liegt das historische Gehöft "Tannenhof". Seit 1963 beherbergt das Gebäude eine Privatsammlung. Sie bietet einen Querschnitt von Möbeln und Gerätschaften aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Zu den Schwerpunkten der Ausstellung gehört eine umfangreiche Sammlung von Ziegelwaren und Häfnerwaren.
Besichtigungen sind nach Vereinbarung möglich.

Stadt Mosbach an der Elz

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

1.01 Mannheim an Rhein und Neckar
1.02 Kurfürstliches Schloss, Mannheimer Schloss
1.03 Rundgang durch das Mannheimer Schloss
1.04 Wasserturm, Jesuitenkirche, Luisenpark, Zeughaus mit Reißmuseum

1.05 Ilvesheim

1.06 Ladenburg

1.07 Edingen-Neckarhausen

1.08 Heidelberg
1.09 Heidelberger Schloss, Rundgang durch das Schloss

1.10 Neckargemünd
1.11 Bergfeste Dilsberg

1.12 Neckarsteinach – "Vierburgenstadt"
1.13 Hinterburg
1.14 Mittelburg, Vorderburg, Burg Schadeck

1.15 Hirschhorn – Perle im Neckartal
1.16 Burg Hirschhorn

1.17 Eberbach – Erlebnisstadt am Neckar
1.18 Burg Eberbach

1.19 Zwingenberg
1.20 Jagdschloss Zwingenburg

1.21 Neckargerach
1.22 Minneburg

1.23 Obrigheim
1.24 Schloss Neuburg

1.25 Mosbach
1.26 Neckarelz, Lohrbach

1.27 Neckarzimmern
1.28 Burg Hornberg

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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Stand: Thursday, 31. March 2016 - URL dieser Seite: http://burgen.strasse-online.de/1-mannhheim-neckarzimmern/1-26-neckarelz/index.html