5.22 Heiligenstadt, Fränkische Schweiz

Ort und Umgebung

Die Marktgemeinde Heiligenstadt besteht aus 24 Ortsteilen und zählt etwa 3800 Einwohner. Verwaltungsmäßig gehört sie zum Kreis Bamberg. Sie liegt in der nordwestlichen Fränkischen Schweiz im tief eingeschnittenen Leinleitertal. Diese Gegend der Fränkischen Schweiz ist weniger bekannt, vielleicht weil sie nicht so sehr durch bizarre Felsformationen geprägt ist wie andere. Dafür bietet die Landschaft zwischen Leinleitertal und Regnitz mit ihren saftig grünen Tälern und ihrer reichen Pflanzenwelt Natur pur. Die Zusammenhänge zwischen geologischer Beschaffenheit, Flora und Fauna, landwirtschaftlicher Nutzung und Waldbau werden Besuchern mit Hilfe von drei Lehrpfaden nähergebracht.

Mittelpunkt von Heiligenstadt ist der alte Marktplatz mit dem prächtigen Fachwerkbau des Rathauses und dem ehemaligen Örtelshof, der zum "Haus des Bürgers" umgebaut wurde. Bildungshungrige und Bücherfreunde finden hier eine umfassende Bibliothek mit einem gemütlichen Lesesaal vor. Während der Osterzeit verleiht der farbenfroh geschmückte Osterbrunnen dem Marktplatz einen besonderen Akzent. Nicht weit entfernt steht die sehenswerte evangelische St.-Veit-Michael-Kirche. Die katholische Kirche innerhalb eines Neubaugebiets zeichnet sich durch moderne Architektur aus. Das beherrschende und weithin sichtbare Wahrzeichen des Leinleitertals ist jedoch die über dem Marktort thronende Burg Greifenstein.

Zur Geschichte

Heiligenstadt gilt als Urpfarrei, existierte demnach schon vor der Gründung des Bistums Bamberg 1007. Die erste historisch gesicherte Erwähnung stammt jedoch erst aus dem Jahre 1160. Das Leinleitertal und die vielen kleinen Ortschaften im mittleren und südlichen Gemeindegebiet von Heiligenstadt waren im Mittelalter durchweg ritterschaftlich geprägt. Das Rittergeschlecht derer von Streitberg verfügte über Lehen des Hochstifts Bamberg, der Markgrafenschaft Kulmbach-Bayreuth, des Bistums Würzburg und des Reiches und hatte Herrensitze auf Burg Greifenstein und in den Ortsteilen Oberleinleiter, Burggrub, Zoggendorf, Veilbronn und Unterleinleiter. In den Ortschaften des nördlichen Gemeindebereichs dominierte der Einfluss des Hochstifts Bamberg mit den Besitzungen der Stifte, Klöster, Kirchen und Spitäler. Hier gab es auch keine konfessionelle Änderung.

1541 erhielt Heiligenstadt das Marktprivileg. 1582 führten die Herren von Streitberg als Patronatsherren die Reformation ein. Im Bauernkrieg und im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) wurde Heiligenstadt weitgehend zerstört. Seither war es Mittelpunkt eines größeren ländlichen Einzugsgebietes. Nach dem Aussterben des Streitberger Geschlechts 1690 erwarb der Bamberger Fürstbischof Marquard Schenk von Stauffenberg die Rittersgüter samt Patronat über den Ort. Die weltlichen Erben bewohnen heute noch die Burg Greifenstein und das Schlossgut Burggrub. Im Zuge der Gebietsreform 1972 wurden viele Dörfer des Leinleitertals mit unterschiedlichen historischen Wurzeln zur Großgemeinde Heiligenstadt zusammengefasst.

Sehenswertes

Burg Greifenstein

Pfarrkirche St. Veit-Michael

Die evangelische St.-Veit-Michael-Kirche wurde bereits im Jahre 1160 als Pfarrkirche urkundlich erwähnt. Sie bestand aber schon wesentlich früher. Das Langhaus ging wahrscheinlich aus einer ehemaligen Zehntscheuer hervor. Der heutige Chor entstand Ende des 15. Jahrhunderts. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Pfarrkirche zerstört. Von 1652 bis 1682 folgte der Wiederaufbau. Dabei wurde der Chor unter ein gemeinsames Dach einbezogen. Der von der Kirche getrennt stehende Turm ist im unteren Bereich noch romanisch. 1671 wurde er erhöht und erhielt eine schwere Kuppel. Der Dachreiter stammt aus der Barockzeit.

Beim Betreten des Gotteshauses richtet sich der Blick sofort nach oben auf die eindrucksvoll bemalte Decke mit 100 Kassettenfeldern. Die Gemälde stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Sie zeigen in der Mitte Christus, umgeben von den vier Evangelisten, den Aposteln und Engeln mit den Leidenswerkzeugen. 60 Felder sind mit Fantasieranken bemalt. Die Brüstungen der Emporen schmücken ebenfalls Bilder, die ein schönes Beispiel ländlicher Kunstfreude sind. Die erste Empore zeigt Szenen des Alten Testaments, die zweite Empore Szenen des Neuen Testaments und die Grafenempore die sechs Tugenden und das Wappen von Schloss Greifenstein. Beachtung verdienen auch die handgeschnitzte Kanzel und der Taufstein, beide aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.

Freizeitangebote

Reizvoll ist es, sich die nähere Umgebung von Heiligenstadt zu erradeln oder zu erwandern. Das gut ausgebaute Radwegenetz und Wanderwegenetz durch das Leinleitertal, abseits aller Hauptverkehrsstraßen, ist vorbildlich. Neben den "traditionellen" Fahrradwegen gibt es seit einigen Jahren rund um Heiligenstadt auch drei markierte Mountainbike-Routen. Im Hauptort Heiligenstadt und im Ortsteil Veilbronn findet man jeweils einen Fahrradverleih.

Wer Näheres und Hintergründiges über die Naturschönheiten in der Umgebung von Heiligenstadt erfahren möchte, kann sich auf drei Lehrpfaden ausführlich informieren und dabei die Landschaft genießen. Ein geologischer Lehrpfad führt durch die vorwiegend aus Gesteinen des Weißen Jura aufgebaute Landschaft. An markanten Stellen des Rundwegs weisen Schrifttafeln darauf hin, wie die geologische Beschaffenheit der Erdoberfläche die Vielfalt der Landschaftsformen bedingt und die land- und forstwirtschaftliche Nutzung beeinflusst. Ein landwirtschaftlicher Lehrpfad vermittelt dem Wanderer einen Einblick in die Produktionsvielfalt der im Raum Heiligenstadt immer noch dominierenden bäuerlichen Mittel- und Kleinbetriebe. Ein Waldlehrpfad erläutert schließlich die Lebensgemeinschaft des Waldes. Im einzelnen werden folgende Themen angesprochen:

  • Geschichte der Bewaldung im Raum Heiligenstadt,
  • Grundsätze des Waldbaus,
  • Bäume und Sträucher des Waldes.

Gäste, die nach mehr körperlicher Betätigung suchen, können sich im Sportzentrum fit halten, das unter anderem über Tennisplätze verfügt. Müde Glieder werden im Familienzentrum mit Hallenbad und medizinischer Bäderabteilung wieder auf Trab gebracht.

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

5.01 Erlangen
5.02 Markgräfliches Schloss
5.03 Kirchen in Erlangen

5.04 Forchheim
5.05 Kaiserpfalz

5.06 Ebermannstadt

5.07 Wiesenttal
5.08 Burgruine Neideck
5.09 Burgruine Streitberg

5.10 Gößweinstein
5.11 Burg Gößweinstein
5.12 Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit

5.13 Pottenstein
5.14 Burg Pottenstein
5.15 Teufelshöhle

5.16 Waischenfeld
5.17 Burgruine Waischenfeld
5.18 Burg Rabeneck
5.19 Burg Rabenstein

5.20 Aufseß
5.21 Schloss Aufseß

5.22 Heiligenstadt
5.23 Burg Greifenstein

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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