5.07 Wiesenttal an der Wiesent, Fränkische Schweiz

Ort und Umgebung

Der Marktort Wiesenttal ist im Zuge der Gebietsreform durch die Zusammenlegung der beiden Talorte Muggendorf und Streitberg sowie anderer kleiner Orte im Jahre 1972 entstanden. Verwaltungsmäßig gehört er zum Landkreis Forchheim. Muggendorf und Streitberg sind zwei der ältesten Luftkurorte der Fränkischen Schweiz und bilden heute ein großräumiges Erholungsgebiet mit einem vielseitigen Angebot an Aktivitäten. Der besondere Reiz liegt in der Landschaft mit ihren beeindruckenden Naturdenkmälern und ihrer vielfältigen Flora, die Naturfreunde begeistert. Schon Ende des 18. Jahrhunderts schwärmte Wilhelm Heinrich Wackenroder, ein Student aus Erlangen, als er mit einem Studienkollegen in den Pfingstferien auf dem Weg von Forchheim ins Fichtelgebirge das Wiesenttal durchwandert hatte:

"Um Streitberg ist eine der schönsten Gegenden, die wir auf der ganzen Reise gesehen haben... Durch das Tal schlängelt sich die Wiesent, von kleinen Büschen eingefasst und von frischen Wiesen umgeben. Der kleine Fluss ist merkwürdig, weil er die größten und wohlschmeckendsten Forellen gibt, die man beständig haben kann."

Über Wiesenttal erheben sich die Burgruinen Neideck und Streitberg. Sie sind die letzten Reste einer burgenreichen Epoche und wegen der herrlichen Aussicht ein begehrtes Ziel vieler Wanderungen. Die Anfänge der beiden Ritterfestungen der Schlüsselberger reichen ins 14. Jahrhundert zurück. 

Die Umgebung von Wiesenttal ist gekennzeichnet durch weitläufige Wälder und pittoreske Felsen, in denen sich nicht selten Tropfsteinhöhlen verbergen. Aufsehen erregende Knochenfunde ausgestorbener Tierarten in den Höhlen ließen vor 250 Jahren zahlreiche Forscher und Gelehrte ins Wiesenttal anreisen und begründeten somit den Fremdenverkehr.

Sehenswertes

Burgruine Neideck

Burgruine Streitberg

Binghöhle

Die Streitberger "Binghöhle" zählt zu den schönsten und auch zu den größeren Tropfsteinhöhlen in Deutschland. 1905 wurde sie von dem Kommerzienrat Ignaz Bing aus Nürnberg entdeckt und erschlossen. Von ihm erhielt sie auch ihren Namen. Im Gegensatz zu allen anderen Jura-Höhlen liegt sie nicht im Schlammkalk, sondern in geschichtetem Kalk. Auf einer Länge von 400 Metern durchzieht sie das Erdinnere und kann gefahrlos durchwandert werden. Hierfür werden etwa einstündige Führungen angeboten. Fantastische Gebilde und Formationen in unmittelbarer Nähe des Betrachters vermitteln den Eindruck einer Tropfsteingalerie. 
Öffnungszeiten: 15. März bis 10. November täglich 9 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr

Ammonitenmuseum in Streitberg

Im Stadtteil Streitberg gibt es ein privates Ammonitenmuseum. Ammoniten sind ausgestorbene Kopffüßer aus der Kreidezeit und zählen zu den schönsten und bekanntesten Fossilien. Benannt sind sie nach dem ägyptischen Gott Ammon. Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Ammoniten aus der Fränkischen Schweiz. Neben den Exponaten bietet das Museum allerhand Wissenswertes über das Ammoniten-Tier. 
Öffnungszeiten: April bis Dezember dienstags bis freitags 13 bis 17 Uhr, samstags und sonntags 11 bis 18 Uhr. Nach Voranmeldung sind Museumsführungen möglich.

Modelleisenbahnmuseum in Muggendorf

Das Modelleisenbahnmuseum "Die Bahnschranke" in Muggendorf wird privat geführt. Auf einer Ausstellungsfläche von 100 qm sind zahlreiche Modelle, Schriften zur Geschichte der Eisenbahn und viele Nostalgien zu sehen. Schmuckstück der Ausstellung ist das Produktionsprogramm der Spur "S" der Firmen Bub Nürnberg und Metallwarenfabrik Stadtilm in Thüringen. Im Museum sind Modelleisenbahnen und Zubehör käuflich zu erwerben. 
Öffnungszeiten: Dienstags bis freitags 17 bis 19 Uhr, samstags und sonntags 10 bis 18 Uhr. Gruppenführungen sind nach Vereinbarung möglich.

Nussknackermuseum in Muggendorf

Im Nussknackermuseum in Muggendorf sind typische Erzeugnisse der erzgebirgischen Volkskunst ausgestellt. Zu den in Handarbeit hergestellten Stücken gehören neben Nussknackern unter anderem auch Räuchermännchen, Pyramiden, Holzspielzeug, Spieldosen und Baumschmuck. Es werden auch Produkte zum Verkauf angeboten.
Öffnungszeiten: Montags bis freitags 8.30 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr, samstags 8.30 Uhr bis 14 Uhr, sonntags 13 bis 17 Uhr

Druidenhain bei Wohlmannsgesees

In einem Waldstück bei dem Stadtteil Wohlmannsgesees gibt es ein interessantes Felsenlabyrinth. Die auffällige Anordnung der Steine und ihre zum Teil seltsamen Ausformungen ließen die Vermutung aufkommen, dass es sich hierbei um eine keltische Kultstätte gehandelt haben könnte. So hat sich die Bezeichnung Druidenhain für dieses Naturdenkmal eingebürgert. Besonders auffällige Steine tragen Namen wie Pultstein, Taufstein, Altar, Kanzel, Opferstein, Eingang zur Unterwelt usw. 

Freizeitangebote

Die Gemeinde Wiesenttal hat ein breites Angebot an Freizeitaktivitäten zu bieten wie Tennis, Bootfahren, Kegeln, Reiten, Golf, Steilwandklettern, Minigolf, Schwimmen, Wandern oder auch Eislauf und Skifahren in den Wintermonaten. Freunde des nassen Elements und Sonnenanbeter können zwischen zwei Freibädern in Wiesenttal wählen, dem Freibad in Streitberg unterhalb der Burgruine Neideck mit Bad-Café und Biergarten sowie dem Waldschwimmbad in Muggendorf. Muggendorf und Streitberg sind auch zentrale Ausgangspunkte für Wanderungen, bei denen man die Fränkische Schweiz in all ihrer Schönheit und ihren Reizen erleben kann. 

Osterbrauch

Ostern ist das höchste Fest im christlichen Kalender. Zu diesem Anlass werden nicht nur in Muggendorf und Streitberg, sondern auch in vielen anderen Orten der Fränkischen Schweiz, die Brunnen und Quellen festlich geschmückt. Der Hauptgrund für diesen Brauch ist wohl in der Bedeutung des Wassers für die Existenz von Leben überhaupt zu sehen, vor allem für die wasserarme Hochebene der Fränkischen Schweiz. Speziell dem Osterwasser schrieb der Volksmund früher besondere Wirkung zu: Kinder, mit frisch geweihtem Wasser an Ostern getauft sollten besonders gescheit werden, das Trinken von Osterwasser sollte vor Krankheiten schützen, das im Haus verspritzte Wasser Ungeziefer fern halten. 

Das Schmücken der Osterbrunnen beginnt zunächst mit dem Säubern der Anlage, dem so genannten "Brunnen fegen". Danach wird der Brunnen geschmückt. Als Schmuck dienen ausgeblasene und das ganze Jahr über gesammelte Eierschalen, die einfarbig oder auch künstlerisch bemalt sind. Weiterhin gehören dazu einzelne oder büschelweise gebundene Papierbänder, Girlanden aus Fichtenzweigen um den Brunnen gewunden oder zu Gerüsten und Kronen geflochten, an welchen die in mühsamer Handarbeit hergestellten Eierschalen befestigt werden. In vielen Orten ziert zusätzlich echter Blumenschmuck die Osterbrunnen. 

Wiesenttal | Burgruine Neideck | Burgruine Streitberg

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

5.01 Erlangen
5.02 Markgräfliches Schloss
5.03 Kirchen in Erlangen

5.04 Forchheim
5.05 Kaiserpfalz

5.06 Ebermannstadt

5.07 Wiesenttal
5.08 Burgruine Neideck
5.09 Burgruine Streitberg

5.10 Gößweinstein
5.11 Burg Gößweinstein
5.12 Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit

5.13 Pottenstein
5.14 Burg Pottenstein
5.15 Teufelshöhle

5.16 Waischenfeld
5.17 Burgruine Waischenfeld
5.18 Burg Rabeneck
5.19 Burg Rabenstein

5.20 Aufseß
5.21 Schloss Aufseß

5.22 Heiligenstadt
5.23 Burg Greifenstein

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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